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Australien benennt Konsortialbanken für Telstra-Privatisierung

25.11.2005
Umsatz- und Gewinneinbruch belasten den geplanten Aktienverkauf des bislang staatlichen TK-Konzerns.

Die australische Regierung hat ABN Amro, UBS und Goldman Sachs (GS) damit beauftragt, die weitere Privatisierung des größten TK-Konzerns des Landes Telstra Corp. zu koordinieren. Den Angaben des Finanzministers Nick Minchin zufolge plant der Staat, seine 51,8-prozentige Telstra-Beteiligung im Wert von 25 Milliarden australische Dollar (rund 18,5 Milliarden US-Dollar) im kommenden Jahr an der Börse zu platzieren. Ob der Börsengang tatsächlich stattfindet, will die Regierung erst Anfang kommenden Jahres entscheiden.

Angesichts der aktuellen Probleme des Carriers ist der Zeitpunkt für den Verkauf von insgesamt 6,44 Milliarden Telstra-Aktien denkbar schlecht gewählt: Der neue Konzernchef Solomon Trujillo hat seit seinem Amtsantritt Anfang Juli bereits zwei Gewinnwarnungen ausgesprochen. Zuletzt stellte der frühere CEO von US West und dem französischen Mobilfunkanbieter Orange für das laufende Geschäftsjahr einen Einbruch des operativen Ergebnisses um bis zu 30 Prozent in Aussicht. Um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, kündigte der Topmanager für die nächsten fünf Jahre den Abbau von bis zu 12.000 Stellen an, das entspricht etwa einem Fünftel der aktuellen Belegschaft.

Neben dem Einbruch im Festnetzgeschäft belastet den Ex-Monopolisten vor allem die Konkurrenz im Mobilfunkmarkt, wo sich neben Telstra die Landesgesellschaften von Vodafone, Singapore Telecommunications und Hutchison Whampoa tummeln. Durch neue Regulierungspläne der Regierung würden die Wettbewerber sogar noch begünstigt und weitere Investitionen verhindert, klagt Trujillo. (mb)