Bitkom-Umfrage

Auslaufmodell Quereinstieg in die IT

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Rund zwei Drittel der ITK-Firmen geben in einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom an, dass sie künftig weniger auf Quereinsteiger zurückgreifen werden.

Quereinsteiger haben es angesichts der steigenden Komplexität in der IT immer schwerer. Es gibt zwar einen gravierenden Fachkräftemangel in unserer Branche, gesucht werden aber vor allem hochqualifizierte Experten", beobachtet BIitkom-Präsident Dieter Kempf.

Dieter Kempf, Bitkom: „Trotz Fachkräftemangel haben es die Quereinsteiger schwer, einen IT-Job zu ergattern.“
Dieter Kempf, Bitkom: „Trotz Fachkräftemangel haben es die Quereinsteiger schwer, einen IT-Job zu ergattern.“
Foto: Bitkom

Vor allem größere Unternehmen setzen verstärkt eine entsprechende Berufsausbildung oder ein Studium voraus. Gut drei Viertel (77 Prozent) der Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten erwarten künftig einen geringeren Anteil von Quereinsteigern, gerade einmal vier Prozent rechnen mit einem Anstieg. „Eine Karriere in der IT setzt heute in den allermeisten Fällen eine fundierte Berufs- oder Hochschulausbildung voraus", so Kempf. Dabei muss es aber nicht zwingend ein Informatikstudium sein. Ingenieur- oder naturwissenschaftliche Fächer weisen inzwischen einen so hohen Anteil an ITK-Inhalten auf, dass bei einer entsprechenden Schwerpunktsetzung nicht von einem fachfremden Studium gesprochen werden kann. „Informatik und Nachrichtentechnik bilden den Kern der Branche", weiß Kempf. Und weiter: „Mathematik und Physik, Elektrotechnik und Maschinenbau sind jedoch gleichfalls attraktive Abschlüsse für einen Einstieg in die IT."

Aktuell ist noch rund jeder fünfte IT-Spezialist (23 Prozent) in ITK-Unternehmen ein Quereinsteiger und hat nicht den klassischen Weg über ein entsprechendes Hochschulstudium oder eine einschlägige Berufsausbildung gewählt. Dabei ist der Anteil in größeren Unternehmen ab 500 Beschäftigten mit rund 17 Prozent deutlich niedriger als in kleineren Unternehmen. Fast jedes fünfte größere Unternehmen (18 Prozent) verzichtet völlig auf Autodidakten in seiner IT-Abteilung.

Im Auftrag des Bitkom hat das Meinungsforschungsinstitut Aris 700 Geschäftsführer und Personalleiter von Unternehmen aus der ITK-Branche ab drei Mitarbeitern befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.