Aus der Chipforschung

02.11.2001

Ultraviolettes Licht für Chipfertigung

Das von Philips und den Fraunhofer-Gesellschaften gegründete Joint Venture Philips EUV GmbH will extrem ultraviolettes Licht für die Chipherstellung verwenden. Das Licht mit Wellenlängen zwischen elf und 14 Nanometern soll etwa ab 2005 für die Belichtung der Chip-Wafer eingesetzt werden. Damit könnten Hersteller immer feinere Strukturen auf die Siliziumscheiben bringen. Derzeit werden Ultraviolett-Laser mit Wellenlängen von 248 Nanometern verwendet.

Stromspar-CPU

Forscher im IBM-Labor in Austin, Texas, haben einen Prozessor für Mobilgeräte entwickelt, der zehnmal weniger Strom aufnimmt als bisherige CPUs. Der "Power-PC 405LP" soll sowohl im aktiven als auch im Standby-Modus Energie sparen können. Dabei passt sich der Baustein den Erfordernissen der Applikation an und verlagert Arbeiten auf Hardwarebeschleuniger. Die dadurch nicht benötigten Prozessorteile werden automatisch abgeschaltet. Zudem gibt es einen Standby-Modus, bei dem der Prozessor nahezu ohne Batterieversorgung auskommt und trotzdem sofort - etwa bei Berührung des Touchscreens - aktiv ist. Der mit neuester Fertigungstechnik produzierte Baustein ist der erste aus einer Familie von Stromsparchips.

In Zukunft große Chips?

Der Trend zu immer kleineren Prozessoren könnte sich demnächst umkehren. Bill Pohlmann, Chefentwickler der texanischen Primarion Corp., prophezeit, dass Prozessoren mit einer Taktrate von zehn Gigahertz so heiß werden, dass sie nicht in herkömmliche Gehäuse eingebaut werden können. Er schlägt vor, Glasfaserkomponenten als Verbindungsteile an den Bausteinen anzuflanschen. Sie könnten den Datentransport etwa zum Hauptspeicher übernehmen. Damit könnte die von den CPUs abgegebene Wärme verteilt werden. Die optischen Connectors hätten zudem den Vorteil, dass sie mehr Bandbreite zur Verfügung stellen und so I/O-Engpässe überwinden würden. Angeblich arbeitet Intel ebenfalls an dieser Technik.