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Serie: Virtual Reality im Unternehmen, Teil 5

Augmented Reality: Der Turbo für den Arbeitsplatz der Zukunft

Thomas Fischer schreibt seit über 20 Jahren für unterschiedliche namhafte PC-Zeitschriften über IT-Themen sowie Business-Software, war beteiligt an der Entwicklung von Konzepten neuer IT-Magazine und arbeite mehrere Jahre in einem Verlag im Bereich Corporate Publishing. Sein Slogan ist: Technik einfach erklärt..
Während der Einzug von Virtual-Reality-Technologien in deutschen Unternehmen lange Zeit nur schleppend voranging, steigt seit zwei Jahren das Interesse rapide. Vor allem in Augmented und Mixed Reality sehen Unternehmen große Chancen für ihre Zukunftsfähigkeit. Diese Technik wird den zukünftigen Arbeitsplatz daher entscheidend mitgestalten.

Mit der Vorstellung von Google Glass (einer Augmented-Reality-Brille) im Jahr 2012 begannen viele Unternehmen sofort mit der Entwicklung passender Augmented Reality-Anwendungen. Die breite Masse verlor jedoch schnell das Interesse daran; scheinbar verebbte dieser Hype unter privaten Anwendern schnell.

Für Unternehmen gilt das aber nicht: Hier wurde das Potenzial von Augmented Reality erkannt, wie das im zweiten Teil unserer VR-Serie schon zu lesen ist. Einige weniger bekannte Hersteller für Augmented-Reality-Brillen wie Epson und Vuzix konnten sich mit ihren Smart Glasses bei Unternehmensanwendungen in den vergangenen Jahren jedoch schon sehr gut behaupten.

Veränderte und neue Arbeitsplätze

Heute, vier Jahre später, scheint die Zeit für Augmented- und Virtual Reality gekommen zu sein. Nicht nur private Anwender, sondern vor allem Unternehmen faszinieren die schier unendlichen Anwendungsmöglichkeiten. Sie sehen, wie groß der Einfluss auf zukünftige Arbeitsplätze sein wird. So kommen immer mehr Sensoren, Brillen, spezialisierte Computer und nützliche Anwendungen auf den Markt.

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Eine gemeinsame Studie von Deloitte, Fraunhofer FIT und Bitkom mit dem Titel "Head Mounted Displays in deutschen Unternehmen - ein Virtual-, Augmented- und Mixed-Reality-Check" prognostiziert, dass deutsche Unternehmen im Jahr 2020 für solche Lösungen über 840 Millionen Euro ausgeben werden. Im Business-Umfeld für Virtual-, Augmented- und Mixed Reality gibt es viele mögliche Anwendungsbereiche. Die Wesentlichen sind in der nebenstehenden Grafik zu sehen.

Die Vorteile von Virtual-, Augmented- und Mixed-Reality für das B2B-Umfeld werden zukünftig viele Arbeitsplätze neu schaffen oder vorhandene Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe verändern.
Die Vorteile von Virtual-, Augmented- und Mixed-Reality für das B2B-Umfeld werden zukünftig viele Arbeitsplätze neu schaffen oder vorhandene Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe verändern.
Foto: Deloitte

Vorteile erkennen und nutzen

Um die reale Welt und virtuelle Elemente zu verschmelzen, sind spezielle Brillen notwendig. Während die Virtual-Reality-Brillen den Nutzer komplett von der realen Umwelt abschirmen, ist mit Augmented-Reality-Brillen der Blick auf die reale Umgebung weiterhin gegeben. Bei dieser Technik werden virtuelle Objekte in die reale Welt projiziert. Zu sehen sind diese Objekte dann nur für den Nutzer der Augmented-Reality-Brille.

So lässt sich beispielsweise in Kombination mit entsprechenden Sensoren und Kameras sowie Anbindung der Technik an vorhandene ERP-Lösungen wie Warenwirtschaftssysteme die Augmented Reality in Unternehmen integrieren. Durchsetzen kann und wird sich diese Technik allerdings nur, wenn das Unternehmen darin geschäftliche Vorteile sieht. Dass der Einsatz virtueller Techniken in Unternehmen nicht nur Theorie ist, zeigen Beispiele, in denen Augmented Reality bereits Realität ist.

Logistik ohne Auftragszettel

Ein Beispiel ist die Logistik-Branche. Durch den konsequenten Einsatz der Augmented-Reality-Technik lässt sich hier der gesamte Workflow optimieren und sicherer machen. Das funktioniert, indem jeder Mitarbeiter im Logistik-Bereich eine Augmented-Reality-Brille trägt.

Papier und Zettel sind komplett überflüssig. Stattdessen erscheint in der Brille jeder Schritt eines Auftrags mit allen relevanten Informationen vor dem Auge des Mitarbeiters. Ist der Teilschritt eines Auftrags abgeschlossen, erscheint der nächste Teilschritt, bis der Auftrag komplett ist. Dabei erfasst die Kamera der Brille die Umgebung, um beispielsweise Anweisungen zum Lagerort einer Ware oder zum Weg dahin über das Display der Brille einzublenden. Außerdem scannt sie den Barcode des Artikels, um etwa weitere Informationen vom Warenwirtschaftssystem zu erhalten. Liegen verschiedene Artikel in einem Fach, kann die Brille zeigen, wie die Ware aussehen muss.

Bei allen Aktionen hat der Mitarbeiter beide Hände frei und muss nicht in Listen blättern, erledigte Arbeitsschritte abhaken oder nach Auftragsende noch Daten ins Warenwirtschaftssystem einpflegen.

Expertenunterstützung inklusive

Die Wartung und Reparatur technischer Geräte lässt sich beispielsweise für Mitarbeiter im Außendienst mithilfe von Augmented Reality um ein Vielfaches optimieren. Benötigte Handbücher oder Checklisten müssen nicht in Papierform oder externen Geräten wie etwa ein Notebook mitgeführt werden. Stattdessen sind diese Dokumente über das Display der Brille zu lesen, sodass etwa der Blick vom Wartungs- oder Reparaturobjekt nicht abgewendet werden muss. Zugleich lässt sich beispielsweise die vermutlich defekte Baugruppe optisch hervorheben oder ein Blockschaltbild sowie ein Stromlaufplan einblenden. Das erleichtert und beschleunigt die Wartung oder Reparatur spürbar.

Bei hartnäckigen Fehlern lässt sich sogar ein Experte hinzuziehen, der nicht vor Ort sein muss. Er kann zum Beispiel in der Stammfirma sitzen und sieht über die Kamera der Brille das gleiche, was der Wartungsmechaniker sieht. So kann er genaue Hinweise und Tipps zur Fehlerbehebung geben.

Ein anderes Beispiel solch einer Anwendung ist im Bereich der KFZ-Wartung und Reparatur möglich. Während der Mechaniker das reale Fahrzeug sieht, erfolgt gleichzeitig die Darstellung der Baugruppen und elektrischen Leitungen als grafische Überlagerung auf dem realen Objekt. Zudem gibt es exakte Anweisungen, wie etwa eine defekte Baugruppe zu demontieren, zu ersetzen oder zu reparieren ist.

Ähnliche Szenarien lassen sich durchaus auch im Produktionsprozess verwenden, beispielsweise im Bereich der Montage bestimmter Produktionsgüter. Der Vorteil ist, dass solche Arbeitsaufgaben dann zumeist auch von Mitarbeitern zu erledigen sind, die nur wenig angelernt wurden. In vielen Bereichen lassen sich damit nicht nur Zeit, sondern auch erhebliche Kosten sparen.

Virtuelle Produktstudien

Besonders interessant sind Virtual-Reality- und Augmented-Anwendungen für die Entwicklung neuer Produkte. Die Verwendung einer Virtual-Reality-Brille zeigt das Objekt virtuell, sodass es sich beispielsweise rundum (360 Grad) betrachten lässt. Dadurch bekommt man einen perfekten Eindruck vom zukünftigen Produkt, das zunächst nur am Reißbrett existiert. So lassen sich entdeckte Schwachstellen noch vor der Herstellung eines Prototyps korrigieren. Außerdem können verschiedene Mitarbeiter das Design beurteilen. Das erlaubt, die Entwicklungskosten spürbar zu reduzieren.

Kommt eine Augmented-Reality-Brille zur Anwendung, lassen sich virtuell auch Veränderungen am Design eines real existierenden Produkts durchführen. Zudem lassen sich einfach und kostengünstig verschiedene Änderungs- und Erweiterungsvorschläge gemeinsam im Team testen und diskutieren. Das funktioniert sogar, wenn sich alle oder einige der Beteiligten an unterschiedlichen Orten der Welt befinden. Beide Methoden wenden PKW-Hersteller bereits an.

Raum für Neues nutzen

Virtual Reality stellt hohe Anforderungen an die Performance und Leistung der dafür benötigten Technik. Dell verfügt mit seinen VR-ready-Servern der Precision Familie beispielsweise über eine Reihe leistungsstarker Computer, die für die Entwicklung von Virtual-Reality-Anwendungen prädestiniert sind. Im aktuellen eGuide "Design Virtualisierungen" zeigen Dell und Intel, welche Anwendungen heutzutage schon möglich und bereits im Einsatz sind.

Die Entwicklung der Sichtgeräte für Virtual Reality steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Die Entwickler konzentrieren sich hierbei vor allem auf spezielle Brillen in unterschiedlicher Qualität und mit entsprechend weit auseinanderliegenden Preisen. So kündigte Intels CEO Brian Krzanich im August 2016 im Intel® Entwicklerforum das Projekt "Alloy" an.

Intel® kündigte auf der Entwicklerkonferenz im August 2016 das Projekt Alloy an. Dabei handelt es sich um die Entwicklung einer eigenen All-In-One-Virtual-Reality-Lösung, die im kommenden Jahr 2017 als offene Plattform zur Verfügung stehen soll.
Intel® kündigte auf der Entwicklerkonferenz im August 2016 das Projekt Alloy an. Dabei handelt es sich um die Entwicklung einer eigenen All-In-One-Virtual-Reality-Lösung, die im kommenden Jahr 2017 als offene Plattform zur Verfügung stehen soll.

Beim Projekt Alloy handelt es sich um eine von Grund auf neu entwickelte All-In-One-Virtual-Reality-Lösung. Sie zeigt, wozu Virtual Reality jetzt und zukünftig in der Lage ist. Herzstück ist die Intel® RealSense-Technologie, die für Virtual Reality optimiert ist und dem Anwender eine vollkommen neue immersive Erfahrung vermittelt. Intel® kündigte zudem an, im Jahr 2017 die Hardware und APIs für Entwickler und Partner offenzulegen.

Fazit

Die Möglichkeiten, Head-Mounted-Displays für geschäftsrelevante Anwendungen gewinnbringend einzusetzen, sind sehr vielfältig. Einige deutsche Unternehmen haben das bereits erkannt, andere werden über kurz oder lang nachziehen. Damit treibt Virtual Reality die Veränderung unserer Arbeitswelt voran. Viele Arbeitsplätze werden sich angesichts dieser Technik verändern und neue Arbeitsplätze hinzukommen. Außenstehende mögen es heute noch merkwürdig finden, wenn Mitarbeiter mit einer Augmented- oder Virtual-Reality-Brille am Arbeitsplatz tätig sind. Schon bald wird dieser Anblick jedoch ganz normal sein.

Die Voraussetzungen für den Einzug von Virtual Reality in Unternehmen sind heute bereits vorhanden. Sie bietet viel Raum für neue Ideen, kreative Anwendungen und ein neues Business. Gerade die Anwendungen werden eine Fülle neuer Arbeitsplätze schaffen. Auf den Augmented-Reality-Manager werden wir wohl nicht mehr lange warten müssen ...

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