Gadget des Tages

Augmented-Reality-Brille Meta ist bei Kickstarter der Renner

Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
Vollmundig behaupten die Macher von Meta, die einzig wirkliche Augmented-Reality-Brille entwickelt zu haben. Die Kickstarter-Gemeinde überzeugten sie mit der Idee.

Für manche Experten ist Google Glass ein Meilenstein, für Andere ein weiterer Eingriff in die Privatsphäre. Hinter dem Gerät steckt eine relativ komplexe Technik, die Informationen mit aufgenommenen Bildern verknüpft. Gemeinhin wird hierfür der Begriff Erweiterte Realität (Augmented Reality) - die Erweiterung der Realität mit Hilfe von Computern - verwendet.

Meta überzeugt Crowdfunder

Auf Kickstarter überzeugt ein ähnliches Projekt wie Google Glass die Crowdfunding-Gemeinde. Bereits elf Tage vor Beendigung der Finanzierungsphase kommt die Datenbrille Meta auf einen Betrag von rund 151.000 US-Dollar (rund 115.000 Euro) und überschreitet die anvisierte Schwelle von 100.000 US-Dollar (rund 76.500 Euro) locker - trotz eines Mindestpreises von 550 US-Dollar (rund 420 Euro). Mittlerweile sind die beiden sogenannten Early-Bird-Specials ausverkauft. Wer sich noch eine der ersten Brillen angeln möchte, muss bereits 695 US-Dollar (rund 532 Euro) investieren.

Entwickelt wurde Meta samt Software von einem Team aus Professoren und Studenten der Columbia Universität in New York. Dabei sieht das Gadget im ersten Moment wie ein Science-Fiction-Gerät aus den 80er-Jahren aus. Meta besteht aus zwei Teilen: Die Brille ist mit zwei Displays ausgestattet. Eine 3D-Kamera ist auf die Brille gesteckt. Informationen erhält der Nutzer mit Hilfe der eingebauten Displays, die Kamera zeichnet wiederum die Umgebung auf.

Unterschiede zu Google Glass

Beim Vergleich mit Google Glass fällt ein markanter Unterschied auf. Im Gegensatz zur Google-Brille lassen sich mit den zwei Displays räumliche Objekte darstellen. Google hat für seinen Prototyp bisher nur ein Display vorgesehen. Die Daten erscheinen für den Betrachter also nur auf einem Zusatz-Bildschirm neben der tatsächlich gesehenen Umwelt. Glaubt man den Entwicklern von Meta, sieht der Anwender durch die Brille virtuelle Inhalte. Diese erzeugen die Eindruck, dass sie Teil der Realität sind.

Möglich macht das die Kombination aus spezieller Software und zugehöriger 3D-Kamera. Der Code für die 3D-Darstellung wird auf Basis der Spiele-Engine Unity3D entwickelt. Das Programm dient eigentlich für die Programmierung von 3D-Grafiken und Computerspielen. Das Meta-Team weist aber darauf hin, dass weitere Plattformen folgen sollen. Das Software Development Kit (SDK) ist offen und kann von interessierten Programmierern für die Weiterentwicklung verwendet werden. Bisher unterstützt die entwickelte Bibliothek beispielsweise Gestensteuerung und Finger-Tracking. Bewegt der Anwender etwa seine Finger auf ein Objekt zu oder gleitet mit ihnen durch den Raum, erkennt die Kamera die Gliedmaßen und zeichnet die Bewegungen auf. Die Bewegungen lassen sich gleichzeitig auf der Brille beobachten.

Gebäude virtuell entwerfen

Die Displays erlauben einen Blickwinkel von 23 Grad auf jeder Seite und für jedes Auge. Nähert sich der Betrachter etwa fünf Meter an ein Objekt heran, erkennt die Kamera dies und liefert die Daten an die Displays. Die Auflösung beträgt 960 mal 540 Pixel für jede Brillenseite. Nach Angaben der Entwickler bietet Meta zahlreiche Anwendungsszenarien. So könnten Designer zum Beispiel Studien für neue Produkte entwickeln und Architekten 3D-Modell von Gebäuden entwerfen.

Wann genau Meta ausgeliefert wird, haben die Entwickler bisher nicht bekannt gegeben. Sobald die Finanzierungsphase beendet ist (läuft bis zum 16. Juni), wollen sie aber einen Starttermin nennen. Neben der Finanzierung des Projekts möchte das Team von der Columbia Universität aber auch Programmierer für Meta begeistern. Das eingesammelte Geld soll wiederum für die Weiterentwicklung dienen. Weitere Informationen erhält man bei Kickstarter oder auf der Website von Meta.