Layar

Augmented Reality auf dem Smartphone startet durch

23.06.2010
Von pte pte
Layar hat anlässlich des einjährigen Jubiläums seines AR-Browsers (Augmented Reality) für Smartphones einen Ausblick auf 2010 kommende Neuerungen gegeben.

Dazu zählt eine Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bilderkennungsspezialisten kooaba ebenso wie die Einführung von "Floaticons". Das sind animierte 3D-Objekte, mit denen User Nachrichten in der AR-Welt hinterlassen können. Das Unternehmen setzt also auf AR-Zukunftstrends, um seine Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Neulich in Amsterdam: Der erste AR-Flashmob
Neulich in Amsterdam: Der erste AR-Flashmob

Ein Jahr nach dem ersten Layar-Start in den Niederlanden hat der AR-Browser dem Unternehmen zufolge weltweit über 700.000 Nutzer im Monat. " Das ist ein schöner Erfolg. Diese Zahlen sind schließlich relativ zur Anzahl der Geräte zu sehen, auf denen die Anwendungen laufen", meint dazu Gerhard Reitmayr, Professor für Augmented Reality an der Technischen Universität Graz, gegenüber pressetext.

Trend-Funktionalität

Im vierten Quartal dieses Jahres will Layar den AR-Browser mithilfe von kooaba um Bilderkennung erweitern. Das soll eine bessere AR-Nutzung in Innenräumen und einen Direktzugriff auf Inhalte beispielsweise mithilfe von Werbeplakaten oder Produkten ermöglichen. Die Bilderkennung bietet zudem Zukunftspotenzial. "Eine Objekterkennung könnte als Startpunkt für echte 3D-Positionierung dienen", erklärt Reitmayr. Ebenfalls denkbar wäre, Grafiken und Animationen über ein Kinoplakat zu legen oder mit einem geeigneten Interface den Ticketkauf via Internet zu ermöglichen.

Für Sommer verspricht Layar Entwicklern, ihre AR-Layer dank Erweiterungen der Programmierschnittstelle noch attraktiver gestalten zu können. Im Juli sollen zudem die User die Möglichkeit bekommen, sich mithilfe der Floaticons in der AR-Ansicht besser und einfacher mitteilen zu können. Bei dem sozialen Feature hat das Unternehmen einen Ansatz eingebaut, durch den nur sinnvolle Inhalte längerfristig Bestand haben sollen. Denn die Floaticons haben eine begrenzte Lebensdauer und verfallen, wenn sie nicht von anderen Usern mit "Cookies" gefüttert und somit bei Kräften gehalten werden.

AR-Zukunft

"Die Floaticons gehen in die Richtung von User-Generated Content für AR. metaio hat bereits eine ähnliche Funktionalität in den AR-Browser junaio eingebaut", sagt Reitmayr. Das seien die ersten logischen Schritte hin zu einer allgemeinen AR-Plattform. "Noch baut jeder Anbieter seine eigene Plattform, um möglichst viele Nutzer an sich zu binden. Längerfristig wird es sicher zu einer Konsolidierung der verschiedenen Plattformen kommen, da Benutzer letztendlich jeden Content sehen wollen", meint der AR-Experte. Dazu würden wohl Content-Standards ähnlich wie HTML für Webseiten entstehen.

Ob und wann es dazu kommt, bleibt abzuwarten. Smartphone-AR als Massenphänomen ist aber wohl nicht mehr aufzuhalten. Nachdem Samsung Layar im März erstmals bei einem Smartphone vorintegriert hat, wird die Zusammenarbeit nun ausgeweitet und auch auf die Samsung-Plattform Bada ausgedehnt. Überdies wird LG künftig Layar auf Android-Smartphones vorinstallieren und auch TCT Mobile sowie ein chinesischer Anbieter setzen auf den AR-Browser. Weltweit wird in diesem Jahr somit bereits jedes dritte Smartphone mit Layar ausgeliefert werden, so das Unternehmen. (pte)