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Aufruhr um Copyright-Gebühren

07.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die von Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) geforderte Erhebung von Urheberrechtsgebühren auf moderne Ton- und Vervielfältigungsträger beziehungsweise -geräte hat starke Kritik geerntet. Sie will künftig neben Scannern und Kopierern auch weitere digital Geräte mit Abgaben belegen. Sollte die Empfehlung der Bundesregierung angenommen werden, drohe den Herstellern von Computer- und TK-Geräten eine zusätzliche Abgabelast von einer Milliarde Mark, befürchtet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e.V. (BITKOM). Damit könnten laut Verband Scanner und Faxgeräte bis zu 30 Prozent teurer werden. BITKOM-Sprecher Jörg Menno Harms warnte zudem davor, dass viele Unternehmen der Branche ihre Geschäftsaktivitäten aus Deutschland verlagern würden.

Däubler-Gmelin plädiert für eine Modernisierung des Copyrights, um Schriftsteller, Journalisten, Künstler und kreativ Schaffende "wieder angemessen an den Erträgen ihrer Arbeit zu beteiligen". Sie wies darauf hin, dass die Urheberrechtsvergütungen in Deutschland seit 1985 nicht mehr erhöht worden seien. Angaben zur Höhe der Gebühren oder der Art der Geräte, die künftig mit einer Abgabe belastet werden sollten, machte die Ministerin nicht.