Web 2.0

Auffällige Zurückhaltung unter Bänkern

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Anzeige  Finanzinstitute sind bisher zurückhaltend, wenn es um den Einsatz interaktiver Web-2.0-Anwendungen wie Weblogs oder Communities geht - so eine aktuelle Untersuchung der Marktforscher von ibi research.

Web-2.0-Anwendungen stellen für Finanzdienstleister eine sinnvolle Ergänzung zu den vorhandenen Vertriebskanälen im Internet dar. Deutsche Finanzinstitute nutzen dafür zurzeit hauptsächlich RSS-Feeds sowie Mashups wie das Regensburger Marktforschungsinstitut ibi research in der Studie "Web 2.0 bei Finanzdienstleistern - Auf halber Strecke Richtung Zukunft" herausfand.

Jedes dritte Unternehmen nutzt RSS-Feeds

Finanzdienstleister setzen oft auf "push-getriebene" Web-2.0-Anwendungen. Die Kommunikation mittels Weblogs oder Communities gibt es kaum. Quelle: ibi research, 2009
Finanzdienstleister setzen oft auf "push-getriebene" Web-2.0-Anwendungen. Die Kommunikation mittels Weblogs oder Communities gibt es kaum. Quelle: ibi research, 2009

Die Einbindung von Mashups zur kundenfreundlichen Aufbereitung und Darstellung von Informationen haben 38 Prozent der an der Befragung teilnehmenden Institute bereits erfolgreich umgesetzt. 36 Prozent der Finanzinstitute gaben an, in ihrer Internetpräsenz auf den Einsatz von RSS-Feeds zu setzen, um das Informationsgefälle zwischen dem Institut und den Internetnutzern abzubauen und diese über neueste Entwicklungen bedarfsgerecht und "push-getrieben" zu informieren.

Auffallend ist jedoch, dass die Finanzdienstleister bislang nur vereinzelt so genannte User-Content-abhängige Web-2.0-Dienste, wie etwa Communities oder Weblogs, zur Verbesserung der Kundenbindung einsetzen. Der Studie zufolge klaffen damit bei Finanzinstituten Wunsch und Wirklichkeit beim Einsatz von Web 2.0 noch weit auseinander.

Lediglich fünf Prozent der befragten Institute haben Weblogs eingerichtet, um über diesen Web-2.0-typischen Dienst eine weitere Plattform zur Kunden-Kommunikation anzubieten. Begründet wurde dies von den Unternehmen mit den hohen regulatorischen Anforderungen sowie Risiken für die eigene Reputation, etwa durch Missbrauch. Zudem planen nur 17 Prozent künftig Ausgaben für Weblogs und sogar nur sieben Prozent für den Aufbau von Communities.

Inhalt dieses Artikels