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Doch keine Wunderkinder

"Auf Wiedersehen Wunderkit"

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Das Berliner Start-up 6Wunderkinder stellt seine zum Start hochgejazzte Collaboration-Plattform "Wunderkit" sang- und klanglos ein.
Tja, 6Wunderkinder - pixel perfect ist halt doch nicht alles...
Tja, 6Wunderkinder - pixel perfect ist halt doch nicht alles...
Foto: 6Wunderkinder

Stattdessen fokussiert sich 6Wunderkinder nun auf die nächste Version 2 seines Erstlings, der plattformübergreifend sehr erfolgreichen GTD-App "Wunderlist". Wunderkit kam bei den Nutzern einfach nicht so an, wie die Berliner Firma gehofft hatte. Außerdem hakte es bei der technischen Entwicklung; selbst der Versuch einer Neuentwicklung "from scratch" brachte nicht das gewünschte Ergebnis.

Was Wunderlist angeht, verabschiedet sich 6Wunderkinder für das nächste Major Release vom "Titanium"-Framework, das bislang für die Cross-Platform-Umsetzung genutzt wurde. Stattdessen werde nun nativ für Web, iOS, Android, Mac und Windows entwickelt, schreibt Gründer und CEO Christian Reber in seinem Blog. Wunderlist 2 soll in Kürze in die Beta-Phase eintreten und noch vor Ende des Jahres erscheinen.

Bei 6Wunderkinder arbeiten laut Reber drei Dutzend Menschen, davon gut 20 Entwickler und fünf am Produkt-Design. Der Rest verteilt sich auf Marketing, Support und andere Bereiche. Ende 2011 hatte das Start-up gut 4 Millionen Dollar Wagniskapital von Skype-Gründer Niklas Zennström erhalten. Wunderkit ging nach einer Closed Beta Anfang Februar dieses Jahres an den Start; bereits zwei Wochen später wurde die Lösung nach Nutzerprotesten auf ein Freemium-Geschäftsmodell umgestellt.