Auf Nummer Sicher gehen mit Pseudonym

28.03.2002
Von Markus Schäffter
Die Zeiten, in denen Web-Angebote kostenlos waren, sind vorbei. Jetzt bieten viele Content Provider kostenpflichtige Inhalte an. Dabei stellt sich die Frage nach alternativen Zahlungsmethoden, die Risiken minimieren und Kleinstbeträge verbuchen können. Neben Banken stehen Telcos und Nischenanbieter in den Startlöchern, um ihre Kunden mit entsprechenden Zahlungssystemen zu versorgen.

"Premium-Inhalte gegen Cash", so lautet die neue Devise der Informationsanbieter. Das Internet wartet schon längst nicht mehr ausschließlich mit nicht-kommerziellen Inhalten auf. Dabei geht die Zeit des Experimentierens zu Ende, immer mehr Anbieter von Content beginnen, neben kostenfreien auch kostenpflichtige Inhalte ins Netz zu stellen.

Vieles spricht dafür, dass sich das Erscheinungsbild des World Wide Web in Zukunft weiter in Richtung Kommerzialisierung verändern wird. Content Provider legen zusehends Wert darauf zu wissen, wer ihre Kunden sind, und passen ihr Informationsangebot fortschreitend den Interessen des einzelnen Nutzers an, verbunden mit der Möglichkeit, diese Dienstleistung auch in Rechnung zu stellen.

Dies erfordert neue Techniken zur Authentisierung (Nachweis über die Identität) des Nutzers sowie des Micropayment (Bezahlung auch kleinster Geldbeträge).

Die Mär von der Anonymität im Internet Schon heute bewegt sich der Nutzer nicht vollständig anonym im Internet. Spätestens der Internet Service Provider (ISP) weiß um die reale Identität seiner Kunden, stellt er ihm doch seine Dienstleistung in Rechnung. Dies gilt für alle Arten der Einwahl, seien es ISDN, DSL oder mobile Protokolle wie GPRS und UMTS.

Darüber hinaus sammeln Content Provider fleißig Hintergrundinformationen über die Nutzer, vorzugsweise, um Werbebotschaften zielgerichtet und damit lukrativer an den Mann und die Frau bringen zu können. Dabei spielt die reale Identität meist eine noch untergeordnete Rolle. Die Zuordnung erfolgt meist noch über einfache Cookies, die auf dem Computer des Kunden gespeichert werden und eine vom Namen des Nutzers unabhängige Registrierungsnummer enthalten. Diese Cookies können vom Nutzer problemlos gelöscht werden. Darüber hinaus interessieren sich Anbieter zunehmend nicht nur für die Interessen, sondern auch für die Verortung des Nutzers als reale Person, zum Beispiel um Werbebotschaften auch lokal zielgerichtet verbreiten zu können.

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