Kontrollzentrum, Gesten, AirDrop, Safari

Auf dem iPad - Apple iOS 7 im Test

16.09.2013
Von 
Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
Apples neues iOS 7 ist ab dem 18. September für das iPad kostenlos verfügbar. Design und Funktionalität der Tablet-Version entsprechen der iPhone-Variante. Dennoch gibt es bei iOS 7 einige Besonderheiten auf dem iPad, wie der Test der finalen Version zeigt.

Über das neue Design von iOS 7 wird konträr diskutiert. Einige nennen es sogar "revolutionär", für andere hat Apple nur neue Icons in schrillen Farben herausgebracht. Wie bei den meisten Dingen ist die Optik von iOS 7 Geschmackssache. Das Design wirkt auf jeden Fall moderner, der angesammelte Staub der letzten Jahre wurde abgeschüttelt. Die Bedienung gibt für bisherige iOS-Nutzer überwiegend keine Rätsel auf. Der Spagat zwischen modernem Anstrich und gewohnter Bedienung ist Apple mit iOS 7 auch in der Variante für das iPad gelungen.

Auf dem iPad bietet iOS 7 im Prinzip die gleiche Funktionalität wie auf dem Smartphone. Apple bietet iOS 7 ab dem 18. September kostenlos für das iPad 2, iPad 3, iPad 4, iPad mini an. Welche Unterschiede und Besonderheiten es bei der Tablet-Version von iOS 7 gibt, führen wir nachfolgend auf:

Multitasking-Gesten und App-Wechsel

Die Anordnung der Apps über mehrere Home Screens sowie in den Ordnern entspricht beim iPad der Variante des iPhones. Besonders in den Ordnern mit maximal neun Apps hat Apple eine sehr "luftige" Anordnung gewählt. Sollen mehr Apps in einen Ordner, so wird einfach wie bei den Home Screens ein neuer Schirm erstellt; der Wechsel innerhalb eines Ordners erfolgt durch Wischen nach links und rechts. Nur in der Dock-Bar lässt sich im Gegensatz zum iPhone eine fünfte App ziehen - wie bereits bei iOS 6.

Um zwischen Apps zu Wechseln, gibt es auf dem iPad verschiedene Möglichkeiten. Zum einen lassen sich durch ein doppeltes Drücken auf den Home-Button die zuletzt verwendeten Apps anzeigen. Hier kann wie auch bei iOS 7 auf dem iPhone im angezeigten "Cover Flow" der App-Wechsel erfolgen. Wie vom iPad mit iOS 6 gewohnt kann aber auch mit einem Wisch mit vier Fingern nach links und rechts zwischen den Apps gewechselt werden. Das Schließen von Apps erfolgt in der Multitasking-Ansicht durch ein Ziehen der entsprechenden App nach oben weg. Beim iPad können auch gleich zwei oder drei Apps gleichzeitig per Wisch nach oben geschlossen werden.

Die von iOS 6 gewohnten Multitasking-Gesten wie Zusammenziehen der Finger auf dem Display zur Rückkehr auf den Home Screen bleiben auch in iOS 7 auf dem iPad erhalten.

Safari

Auf dem iPhone zeigt Safari die offenen Tabs in einem "Cover Flow" an. Beim iPad stellt der Browser in iOS 7 die offenen Tabs wie gewohnt sichtbar oben dar. Werden mehr als 10 Tabs geöffnet, so blendet der Browser rechts oben in der Leiste das Symbol "" ein. Ein Tipp darauf zeigt die nicht mehr aktiv sichtbaren Tabs an. So erlaubt Safari bis zu 20 offene Tabs. Beim Öffnen eines neuen Tabs werden via Icons die Lesezeichen der Leseleiste angezeigt.

Wie beim iPhone wird beim Öffnen eines neuen Tabs das private Browsen durch einen Tipp links unten im Browser auf Privat aktiviert. Im Privatmodus zeigt Safari den Navigations-/Adressbereich der Tabs in dunklem statt hellem Grau an. Sind bereit ein oder mehrere Tabs offen, so frägt Safari beim Aktivieren in den Privatmodus, ob man die offenen Tab schließen oder behalten will.

Die Funktionalität Reader im Browser hat Apple ebenfalls überarbeitet. Statt eines Symbols "Reader" in der Adresszeile rechts wandert nun ein Lesesymbol in den linken Bereich. Die Darstellung von Webseiten im Lesemodus nutzt nun den gesamten Bildschirm auch besser aus. Während bei iOS 6 ein Tipp in den ungenutzten Randbereich des Browser den Lesemodus schnell auch unabsichtlich beendete, muss bei iOS 7 wieder auf das Lesesymbol getippt werden.

Kamera- und Foto-App

In der neuen App für die Kamera gibt es in iOS 7 den neuen Modus Quadrat. Der Wechsel zwischen den Modi Video, Foto und Quadrat erfolgt per Wisch nach oben und unten. Panorama-Aufnahmen lassen sich aber weiterhin nur mit dem iPhone erstellen - die Funktion fehlt beim iPad auch in iOS 7. Dafür steht in iOS 7 nun auch beim iPad die HDR-Funktion in der Kamera-App zur Verfügung. Bleibt man übrigens beim Fotografieren auf dem Auslöser, so schießt das iPad Serienfotos.

Die im iPhone neuen Filterfunktionen Mono, Tonal, Schwarz, Ausblenden, Chrom, Prozess, Transfer oder Sofort für Aufnahmen fehlen in iOS 7 auf dem iPad. Die Filter lassen sich allerdings in der Foto-App im Bearbeitungsmodus eines Bildes verwenden. Wie bisher packt Apple auch bei iOS 7 die App Photo Booth exklusiv auf das iPad.

Kontrollzentrum

Auf dem iPad wird bei iOS 7 das Kontrollzentrum ebenfalls durch einen Wisch von der Unterseite des Bildschirms nach oben geöffnet. Aufgrund des fehlenden LED-Blitzes beim iPad gibt es im Kontrollzentrum natürlich keine Taschenlampe. Auch der beim iPhone angezeigte Taschenrechner fehlt beim iPad - die App zählt nicht zur Grundausstattung von iOS beim Tablet.

Wie beim iPhone lässt sich auch in der iPad-Variante von iOS 7 einstellen, ob das Kontrollzentrum auch von Apps aus erreichbar sein soll. So lässt sich ein unabsichtliches Öffnen des Kontrollzentrums beim Wisch von unten - beispielsweise beim Scrollen in Safari - verhindern.

Wir weisen darauf hin, dass es sich beim Test von iOS 7.0 auf dem iPad 4 um das Golden-Master-Release (11A465) handelt. Die für die Allgemeinheit verfügbare Finalversion ist identisch. (cvi)