Autonomes Fahren | Connected Car

Audi setzt auf Highend-Rechner im Auto

Florian Maier beschäftigt sich mit dem Themenbereich IT-Security und schreibt über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C. Daneben ist er für den Facebook- und LinkedIn-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
VW-Premium-Tochter Audi will in zwei Jahren alle neuen Fahrzeug-Modelle mit einem zentralen Fahrerassistenzsteuergerät ausrüsten.

Wie Audi heute bekannt gibt, wurde in Kooperation mit den Technologie-Partnern TTTech, Mobileye, Delphi und nVidia ein zentrales Fahrerassistenzsteuergerät (zFAS) entworfen. Automobilzulieferer Delphi wird den High-End-Rechner künftig als Komplettsystem an Audi liefern.

Ab 2017 soll das neue zentrale Fahrerassistenzsteuergerät in der Audi-Modelpalette Einzug halten.
Ab 2017 soll das neue zentrale Fahrerassistenzsteuergerät in der Audi-Modelpalette Einzug halten.
Foto: Audi AG

Audi und der All-In-One-Rechner im Auto

Das zFAS ist eine zentrale Schaltstelle, an der Sensor-Informationen aus allen Bereichen des Autos zusammenlaufen. Die Informationen werden vom Elektronik-Board an alle Fahrerassistenzsysteme weitergegeben.

Bisher ist es in der Autoindustrie Usus, das Management der Assistenzsysteme in räumlich voneinander getrennten Steuergeräten abzuwickeln. Audi setzt nach eigenen Angaben als erster Autohersteller überhaupt auf eine zentrale Domänen-Architektur. Sensorik, Hardware und Software werden im neuen Zentralsystem zusammengeführt.

High-End-Rechner & Cloud für autonomes Fahren

Das Audi-zFAS ist dank eines hohen Integrationsgrades ungefähr so groß wie ein Tablet-PC und besteht aus verschiedenen, leistungsfähigen Bausteinen. Mobileye steuert den Mobilprozessor EyeQ3 bei, nVidia einen Tegra K1-Prozessor der neuesten Generation. Die Systemleistung des High-End-Steuergerätes entspricht laut Audi-Pressemeldung "der kompletten Elektronikarchitektur eines gut ausgestatteten Mittelklasseautos." Zudem soll das modulare Konzept des zFAS durch seine flexible Skalierbarkeit zukunftssicher sein.

Kommende Audi-Modelle mit dem zFAS an Bord werden während der Fahrt "lernen". Über das Mobilfunknetz - im besten Fall per LTE - sollen die gesammelten Daten in die Cloud fließen. In einem IT-Backend werden die Informationen dann per Algorithmus aufbereitet und an das Connected Car zurückgesendet. So soll der High-End-Rechner für Autos seine Performance selbst kontinuierlich ausbauen, um komplexe Verkehrssituationen besser beherrschen zu können. Das Ziel ist es, so Audi, "den Kunden auf dem Weg zum vollautomatisierten Fahren moderne Fahrerassistenzsysteme für mehr Sicherheit und Komfort anzubieten."