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Auch Vodafone bläht Umsätze künstlich auf

31.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische Mobilfunkanbieter Vodafone hat eingeräumt, den Umsatz in seinen Jahresberichten künstlich aufgebläht zu haben. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge verbuchte das Unternehmen dazu in einigen Fällen die Erlöse aus mobilen Internet-Diensten als eigene Einnahmen, obwohl zumindest ein Teil davon an die Content-Lieferanten abgegeben wurde.

Laut Vodafone wurden die ausgewiesenen Brutto- und Ebitda-Gewinne jedoch korrekt dargestellt, da das Unternehmen die Zahlungen an die Content-Lieferanten auf der Kostenseite ausgewiesen habe. Obwohl diese Bilanzierungspraxis den britischen Standards entspricht, kritisierten Analysten, dass dadurch der durchschnittliche Umsatz je Nutzer (ARPU) - eine wichtige Kennzahl der Branche - künstlich in die Höhe getrieben worden sei. Dies geht unter anderem zu Lasten von Konkurrenten die entsprechende Zahlungen nicht als eigenen Umsatz werten. Vodafone-Chef Christopher Gent beschwichtigte jedoch Kritiker damit, dass die Einnahmen aus der mobilen Internet-Nutzung in den meisten Märkten nur knapp ein Prozent des Gesamtumsatzes ausmachten. (mb)