Nach Qimonda-Pleite

Auch Partner Elpida ist insolvent

27.02.2012
Der japanische Chiphersteller Elpida Memory ist pleite.
DDR3-SDRAM-Chip von Elpida Memory
DDR3-SDRAM-Chip von Elpida Memory
Foto: Elpida

Der weltweit drittgrößte Hersteller von DRAM-Speicherchips beantragte am Montag Gläubigerschutz. Der Konzern sieht sich nicht mehr in der Lage, aus eigener Kraft wieder auf die Beine zu kommen und seine Schulden beim Staat und bei den Banken zurückzuzahlen. Die Verbindlichkeiten hätten sich zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres (31. März 2011) auf 448 Milliarden Yen (rund vier Milliarden Euro) belaufen, hieß es. Die Regierung hofft jedoch, dass das Unternehmen saniert werden kann.

Die Insolvenz kommt fast genau drei Jahre nach der Pleite der Infineon Technologies-Tochter Qimonda mit ihren 12.200 Mitarbeitern. Qimonda war damals unter dem harten Preiskampf im Arbeitsspeicher-Geschäft zusammengebrochen - das ist vereinfacht gesagt das Kurzzeitgedächtnis eines Computers. Allein in Deutschland waren von der Qimonda -Pleite 4.00 Beschäftigte betroffen, neben der Zentrale in München vor allem im Dresdner Chipwerk.

Qimonda hatte noch in letzter Minute versucht, durch ein Bündnis mit Elpida das Steuer herumzureißen. Die beiden wollten gemeinsam Chips entwickeln, hatten eine gemeinsame Produktion und sogar eine Beteiligung angedacht. Dazu kam es durch die Pleite aber nicht mehr. Insolvenzverwalter Michael Jaffé streitet sich bis heute mit Infineon Technologies. Jaffé wirft Infineon Technologies Fehler bei der Ausgliederung des Speicherchips-Geschäfts in die Qimonda AG 2006 vor und verlangt mindestens 1,71 Milliarden Euro zuzüglich Zinsen. Infineon Technologies widerspricht.

Auch Elpida ist aus einer Ausgliederung entstanden. Die japanischen Technologiekonzerne NEC und Hitachi Zosen hatten ihre DRAM-Sparten 1999 zusammengelegt. Seit 2004 ist Elpida an Tokios Börse notiert. Die Japaner sicherten sich nach der Qimonda -Pleite Mitte 2009 noch deren Geschäft mit Grafikspeicher-Chips.

Angesichts massiver wirtschaftlicher Probleme griffen der Staat und Banken dem einzigen in Japan noch verbliebenen Speicherchip-Hersteller mit Milliarden unter die Arme. Doch Elpida gelang es unter dem Druck der Konkurrenz aus Südkorea und dem festen Yen nicht, das Ruder herumzureißen. Zum Ende des bis zum 31. März laufenden Geschäftsjahres 2011/2012 dürfte laut der Wirtschaftszeitung "Nikkei" unter dem Strich ein Fehlbetrag von mehr als 100 Milliarden Yen anfallen. Laut Medienberichten wird Elpida Ende März vom Börsenzettel gestrichen. (dpa/tc)

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