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Auch Microsoft hat Aktienoptionen manipuliert

21.06.2006
Auch Microsoft gerät in den Strudel des aktuellen US-Börsenskandals um günstig datierte Aktienoptionen.

Allerdings liegen mögliche Verfehlungen des Softwareriesen - anders als bei den meisten anderen betroffenen Firmen (siehe "Optionsskandal zieht weite Kreise") - schon länger zurück und sind auch weniger gravierend. Dennoch: Ende der 90er Jahre erklärte Microsoft gegenüber Investoren in Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC), es halte sich an die offiziellen Auflagen zur Bilanzierung von vergebenen Stock Options.

Für den größten Teil dieser Dekade pflegte der Konzern laut "Wall Street Journal" indes die Praxis, seine Optionen jeweils auf den Tag des vergangenen Monats rückzudatieren, an dem die Microsoft-Aktie am niedrigsten stand. Aus Sicht von Experten dürfte es damit gegen die entsprechenden Regelungen verstoßen haben. Das berge das Risiko, dass der Konzern seine Aktionäre hinter das Licht geführt und dass sein Wirtschaftsprüfer Deloitte & Touche inkorrekte Bilanzen testiert habe, schreibt das Wirtschaftsblatt.

Bereits 1999 hatte Microsoft öffentlich erklärt, es habe der umstrittenen "historischen" Praxis ein Ende gemacht. Es schrieb dafür in seiner Bilanz für das Geschäftsjahr 1999 auch eine Sonderbelastung von 217 Millionen Dollar ab. Der Konzern geht "damals wie heute" davon aus, dass er nicht gegen die Generally Approved Accounting Principles (GAAP) verstoßen hat und sein Gebaren nicht mit dem aktuell untersuchten "Backdating" zu vergleichen sei. Auch Deloitte & Touche geht davon aus, dass Microsoft keine materiellen Falschangaben in seinen Finanzberichten gemacht hat. (tc)