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Wie Google

Auch Microsoft bietet Vorabwiderspruch für Bing Maps Streetside an

09.06.2011
Im heftigen Streit um Panorama-Kartendienste im Internet räumt Microsoft bei seinem neuen Straßenatlas Bing Maps Streetside den Nutzern nun doch eine befristete Vorab-Widerspruchsmöglichkeit ein.
Ralph Haupter: "Wir sind bereit, auf die Datenschütze zuzugehen."
Ralph Haupter: "Wir sind bereit, auf die Datenschütze zuzugehen."
Foto: Microsoft

Damit solle der gesellschaftlichen Diskussion um die Geodatendienste Rechnung getragen werden, teilte Microsoft am Donnerstag mit. Ähnlich wie bei Googles Kartendienst Street View hatten Datenschützer angemahnt, dass die Nutzer auch vorab eine Möglichkeit haben müssten, Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen ihrer Hausfassaden und Wohnungen einzulegen.

"Wir sind bereit, auf die Datenschützer zuzugehen", sagte Ralph Haupter, Chef von Microsoft Deutschland, der dpa. Eine politische Regelung sei jedoch dringend notwendig. Microsoft halte den Geodatenkodex inklusive der Selbstverpflichtungserklärung der Industrie für einen wesentlichen Maßstab. Das Unternehmen hatte bereits darauf verwiesen, dass eine Vorab-Widerspruchsfrist sehr aufwendig sei und sie die Erhebung von einer großen Menge an Daten erfordere. "Wir wollen die Bedenken aber ernst nehmen", sagte Haupter.

Die Kameraautos von Microsoft und Navteq sind bereits in Deutschland unterwegs.
Die Kameraautos von Microsoft und Navteq sind bereits in Deutschland unterwegs.
Foto: Microsoft

Vor wenigen Wochen hatte Microsoft damit begonnen, die Straßen in deutschen Städten für den Geodatendienst zu befahren und Aufnahmen zu machen. Nach der Debatte um den Kartendienst des Konkurrenten Google hatte sich Microsoft bewusst mit dem Start seines eigenen Angebots Zeit gelassen. "Wir hatten bereits zwölf Monate gewartet, weil wir es besser machen wollen und die Interessen der Verbraucher und Datenschützer ernst nehmen", sagte Haupter. In Microsofts Streetside können Nutzer auch unmittelbar nach der Einstellung der Panoramaaufnahmen jederzeit gegen die Veröffentlichung widersprechen. (dpa/tc)