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Auch JBoss unterstützt EJB 3.0

20.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Zur Java One stellt JBoss die neue Version 4 seines quelloffenen J2EE-Application-Servers (Java 2 Enterprise Edition) vor. Diese unterstützt die Spezifikation EJB (Enterprise Java Bean) 3.0. Neben Oracle ist JBoss damit bislang der einzige Anbieter, der den neuen Standard anbietet.

EJB wurde in der neuen Version drastisch vereinfacht. Obwohl J2EE, die Server-Variante von Java für den Unternehmenseinsatz, schon über fünf Jahre alt ist, sind EJBs bislang eines der bekanntesten, aber unpopulärsten Features des Frameworks, weil die Technik so komplex ist.

EJB 3.0 weicht von der traditionellen Java-Programmierung ab, indem es "Java Annotations" einführt, ein neues deklaratives Modell, bei dem der Entwickler Parameter mittels High-Level-Kommandos spezifizieren kann anstatt den ganzen Code mit der Hand zu schreiben. Damit ähnelt es dem Ansatz von Microsofts C#, das der Redmonder Konzern als simplere Alternative zu Java für sein .NET-Framework ersonnen hatte.

Ebenfalls neu in JBoss 4 ist Support Java Server Faces (JSF) zur einfacheren Gestaltung von Benutzeroberflächen sowie von Hibernate 3, mit sich einige der Java-Annotation-Features auch auf Application Servern verwenden lassen, die noch nicht auf dem Stand EJB 3.0 sind.

Ferner wird JBoss Version 1.5 seiner Eclipse-basierenden Entwicklungs-Tools (gleichfalls mit Unterstützung für EJB 3 und Hibernate) sowie Release 2.0 des "JBoss Portal" herausbringen, das die Java-Portlet-Spezifikation (a.k.a. JSR 168) unterstützt.

Mit seiner frühen Unterstützung neuer Standards nimmt JBoss aus Sicht von "Computerwire" damit inzwischen eine Rolle ein, die früher traditionell Bea Systems innehatte (das zum Beispiel mit Weblogic J2EE und EJB unterstützte, bevor diese Version 1.0 erreichten). Bea hat sich aus dieser Welt inzwischen eher zurückgezogen, fokussiert sich stärker auf Web-Services und spricht eher Business-Analysten auf höherer Ebene denn Entwickler an.

JBoss drängt als kostengünstiger Open-Source-Anbieter in das Geschäft von Bea und IBM und dürfte mit dazu beigetragen haben, dass Big Blue kürzlich die rivalisierende Plattform von Gluecode aufkaufte (Computerwoche.de berichtete). (tc)