Wirtschaftskrise

Auch IT-Dienstleister bleiben nicht verschont

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Outsourcing gilt zwar gemeinhin als Sparmaßnahme. Mittlerweile gehen aber auch hier die Aufträge zurück.

Outsourcing gilt für viele Unternehmen als effektives Instrument zur Kostensenkung. Vor allem in Europa ist Auslagern "en vogue": Einer Studie von Deutsche Bank Research zufolge gaben europäische Unternehmen im vergangenen Jahr mehr als 66 Milliarden Euro für Outsourcing-Dienste aus. Das entspricht fast einem Drittel der gesamten Investitionen in Software und IT-Services. Die USA leisteten zwar in Sachen Outsourcing Pionierarbeit. Im vergangenen Jahr entfielen jedoch 60 Prozent des weltweiten Vertragsvolumens auf europäische Anwender.

Durchschnittlich 41 Prozent der europäischen Unternehmen nehmen Dienste von externen IT-Service-Providern in Anspruch. Besonders auslagerungswillig geben sich dabei Anwender aus den reicheren Ländern in Nord- und Westeuropa. Auch die Firmengröße spielt eine Rolle: Mehr als 90 Prozent der Großunternehmen arbeiten mit mindestens einem externen Provider zusammen. Bei den kleinen Betrieben sind es gerade einmal 25 Prozent.

Die Weltwirtschaftskrise macht jedoch auch vor den IT-Serviceanbietern nicht Halt. Den Analysten von DB Research zufolge ging das Outsourcing-Vertragsvolumen in der zweiten Hälfte 2008 um fast 25 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres zurück. Besonders dramatisch brach die Nachfrage seitens der Finanzbranche ein. Das Volumen der Verträge mit europäischen Finanzdienstleistern schrumpfte im vergangenen Jahr um fast sechs Milliarden Euro.

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