Marktführer schließt sich DEC und HP an:

Auch Big Blue verteuert viele Produkte

12.08.1988

PURCHASE/NEW YORK (IDG) - Die IBM wird noch in diesem Jahr in den USA für eine Vielzahl von Maschinen die Preise aufstocken. Teurer werden unter anderem das System /36, das PS/2-Modell 30 und die 9370-Rechner.

Um rund fünf Prozent, so die Ankündigung von IBM, sollen die Preise steigen; drei Prozent mehr will man künftig an Wartungsgebühren für die Mainframes verlangen. Sofort wirksam werden die Preiserhöhungen unter anderem bei Einkaufspreisen und außervertraglichen Wartungsdiensten. Ab 1. September werden die "Einmalgebühren" für Software teurer, während andere Preisänderungen erst zum 1. November in Kraft treten.

Nicht betroffen von preislichen Veränderungen sind IBMs jüngste Produkt-Announcements. Dazu zählen laut Big-Blue-Sprecher Mike Bonner die AS/400-Serie, die 3090S-Modelle, die PS/2-Rechner 50Z und 70 sowie die RT-Modelle 130, 135 und 35B. Aber auch alle anderen 3090-Rechner sowie die PS/2- und RT-Applikationssoftware halten das derzeitige Preisniveau.

Viele amerikanische IBM-User zeigen sich von den Preiserhöhungen ihres Herstellers unbeeindruckt. So erklärte George Di Nardo, Executive Vice-President der Mellon Bank: "Das hat nicht viel zu bedeuten. IBM gibt mit der linken Hand und nimmt mit der rechten. So gleicht sich beides aus." Erst hatte IBM nämlich auch angekündigt, einige monatliche Lizenzen für bestimmte MVS- und VM-Versionen im Preis herabzusetzen.

Mancher US-Analyst glaubt allerdings, daß die Preiserhöhungen von Big Blue entsprechenden Maßnahmen von Digital Equipment und Hewlett-Packard folgten. Martin Ressinger von der Chicagoer Duff & Phelps Inc.: "Dies ist für die IBM die perfekte Gelegenheit, ihre Rendite zu verbessern." DEC und HP hatten die Verteuerung ihrer Produkte allerdings mit der bestehenden Knappheit an DRAM-Chips begründet. IBM jedoch stellt die meisten dieser integrierten Schaltkreise selbst her.