PRISM

Auch Apple veröffentlicht Zahlen zu US-Behördenanfragen

17.06.2013
Nach Facebook und Microsoft hat auch Apple Zahlen zu Anfragen der US-Behörden nach Nutzer-Informationen veröffentlicht.
Apple-Firmenschild am Campus in Cupertino, Kalifornien
Apple-Firmenschild am Campus in Cupertino, Kalifornien
Foto: Nurmib / en.wikipedia

Demnach erhielt der iPhone-Konzern in den sechs Monaten von Dezember 2012 bis Ende Mai dieses Jahres zwischen 4000 und 5000 solcher Anträge. Davon seien 9000 bis 10.000 Kunden-Konten mit Apple-Geräten betroffen gewesen, berichtete Apple am Montag.

Den Internet-Unternehmen ist es seit dem Wochenende erlaubt, auch bisher geheime Anfragen mit Bezug zur nationalen Sicherheit in die Statistik aufzunehmen. Dabei dürfen sie allerdings nur die Gesamtzahl aller Anfragen in einer Spanne nennen. Google geht das nicht weit genug, der Konzern will auch die Staatssicherheitsanfragen einzeln beziffern können.

Apple betonte, bei dem Großteil der Behördenanfragen gehe es um Polizeiarbeit, wenn etwa nach verschwundenen Kindern gesucht werde oder es darum gehe, einen Selbstmordversuch zu verhindern.

Zugleich versucht der Konzern, Datenschutzsorgen seiner Kunden zu zerstreuen. So seien alle Nachrichten in dem hauseigenen Messaging-Dienst "iMessage" verschlüsselt und auch Apple habe keinen Zugriff auf die Inhalte. Das gleiche gelte für den Videochat-Service "FaceTime". Außerdem speichere Apple keine Daten zu Aufenthaltsorten von Kunden, Suchen in Kartendiensten oder Fragen an den persönlichen Assistenten Siri "in irgendwie identifizierbarer Form".

Die Zeitungen "Guardian" und "Washington Post" hatten geheime Dokumente veröffentlicht, die den Eindruck erwecken, dass der US-Geheimdienst NSA in großem Stil Nutzerdaten bei amerikanischen Internet-Unternehmen abgreift. Auch der Informant Edward Snowden erzählte, dass er sich bei der NSA einfach Zugriff zu allen möglichen Nutzerdaten habe verschaffen können. Die Firmen bestreiten vehement einen direkten Zugriff der Behörden auf ihre Server und betonen, dass Daten nur auf Gerichtsbeschluss übergeben würden. (dpa/tc)