Geleaktes Memo

Atos dementiert weitere Standortschließungen

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Der IT-Dienstleister Atos schließt einen Standort in Frankfurt. Ein geleaktes, mutmaßlich internes Memo lässt eine größere Restrukturierung vermuten; Atos dementiert allerdings weitere Einschnitte.

Die Schließung des Atos-Standorts Frankfurt-Hahnstraße hatte "heise online" schon im März öffentlich gemacht. Jetzt legt der Branchendienst nochmals nach, nachdem auf der gewerkschaftsnahen Webseite Labournet ein mutmaßlich internes Memo von Atos veröffentlicht wurde.

In dem nach Einschätzung eines IG-Metall-Spechers authentischen Papier heißt es unter anderem, Atos müsse in Deutschland seine "Standortpolitik veränderten Gegebenheiten anpassen"; eine "strukturelle Unterauslastung" in den vergangenen vier Quartalen mache eine Konzentration auf wichtige Zentren nötig. Nur "mit einer nachhaltig veränderten Lieferstruktur" ließen sich deutsche Standorte nachhaltig absichern.

Im Bereich Managed Services etwa müsse "künftig darauf verzichtet werden, ortsunabhängig zu erbringende Tätigkeiten in Deutschland zu erbringen". Was das konkret nach sich ziehen könnte, verrät das Papier indes nicht.

Eine Sprecherin von Atos betonte gegenüber "heise online", dass keine Gefahr für weitere deutsche Standorte bestehe. Die IG Metall sieht in den Ankündigungen aber "in der Tat eine große Bedrohung für die Belegschaft insgesamt" und die Schließung in Frankfurt als beispielhaften Konflikt, der jetzt auszufechten sei.