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ATI enttäuscht trotz Rekordergebnissen

22.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der kanadische Grafikchiphersteller ATI Technologies erzielte im ersten Geschäftsquartal 2004/05 einen neuen Rekordgewinn, verfehlte jedoch beim Umsatz die Erwartungen. Wie das Unternehmen aus Waltham, Ontario, bekannt gab, stieg der Nettoprofit im Ende November abgelaufenen Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 34 Prozent von 47,4 Millionen auf 63,7 Millionen (US-)Dollar oder 25 Cent je Aktie. Das Ergebnis wurde dabei von negativen Sondereffekten in Höhe von acht Millionen Dollar belastet. Diese Einmalaufwendungen ausgeklammert hätte der Grafikspezialist einen Gewinn von 71,4 Millionen Dollar oder 28 Cent je Anteil erzielt. An der Wall Street wurde ein Pro-forma-Profit von 27 Cent pro Aktie erwartet.

Die Einnahmen kletterten dank des gestiegenen Bedarfs nach Grafikchips für PCs, Notebooks und Spielekonsolen im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 613,9 Millionen Dollar. Obwohl der Umsatz damit einen neuen Rekordwert erreichte, lag er unter den Schätzungen der meisten Analysten. Diese waren im Schnitt von 627 Millionen Dollar hohen Erlösen ausgegangen. Das Unternehmen selbst hatte im Vorfeld Einnahmen zwischen 600 Millionen und 640 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.

Firmenchef David Orton räumte in einer Stellungnahme ein, dass es aufgrund von Fehlkalkulationen bei bestimmten neuen Produkten zu Lieferschwierigkeiten gekommen sei. Hätte man den Bedarf des Marktes völlig abdecken könne, wäre der Umsatz um zehn Prozent höher ausgefallen.

Im laufenden zweiten Geschäftsquartal rechnet ATI mit ähnlich hohen Einnahmen wie im Berichtszeitraum. Gleichzeitig werden jedoch die Betriebskosten um zehn Prozent ansteigen. Zur Begründung verwies der Grafikchipspezialist auf zusätzliche Entwicklungskosten und die höheren Bewertung des kanadischen Dollars. (mb)