Datenhehlerei in Call-Centern

AT&T zu Millionenstrafe verurteilt

09.04.2015
AT&T kommt das Fehlverhalten weniger Mitarbeiter teuer zu stehen. Weil der Konzern es versäumt hat, Datenhehlerei in Call-Centern zu verhindern, gibt es nun ein dickes Bußgeld der US-Aufsicht.

Der US-Mobilfunkriese AT&T muss Millionen zahlen, weil Mitarbeiter Daten gestohlen haben sollen. In Call-Centern in Mexiko, Kolumbien und auf den Philippinen seien Informationen von fast 280.000 Kunden entwendet worden, teilte die US-Telekomaufsicht FCC am Mittwoch mit. AT&T habe einen Vergleich über 25 Millionen Dollar (umgerechnet 23 Millionen Euro) akzeptiert.

Zentrale von AT&T in Dallas, Texas
Zentrale von AT&T in Dallas, Texas

Angestellte sollen sich unerlaubt Zugang zu Kundenkonten verschafft und Daten - teilweise sensible Angaben zur Sozialversicherung - an Dritte weitergegeben haben. Die FCC vermutet, dass die Informationen dann unter anderem genutzt wurden, um geklaute Smartphones zu entsperren.

"Die heutigen Maßnahmen zeigen, dass die Aufsicht ihre volle Autorität gegen Unternehmen ausübt, die es versäumen, die persönlichen Informationen ihrer Kunden zu schützen", sagte FCC-Chef Tom Wheeler laut Mitteilung. Die Behörde hatte ihre Ermittlungen im Mai 2014 gestartet.

Auslöser waren drei AT&T-Mitarbeiter in Mexiko, die ab November 2013 über 168 Tage Daten aus mehr als 68.000 Kundenkonten verkauft haben sollen. Im Laufe der Untersuchungen kam heraus, dass sich weitere 40 Angestellte an der illegalen Praxis beteiligt hatten und zusätzliche mehr als 211.000 Kundenkonten betroffen waren. (dpa/rs)