MWC12

AT&T will Inhalte- und App-Anbieter für Traffic zahlen lassen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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AT&T will Inhalte- und App-Anbietern künftig die Möglichkeit anbieten, für den Daten-Traffic ihrer Nutzer aufzukommen.

Das erklärte einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge der Netz- und Technikchef des US-Carriers, John Donovan, in einem Interview am Rande des Mobile World Congress in Barcelona. Donovan verglich das für voraussichtlich irgendwann 2013 geplante Angebot mit kostenfreien 0800-Rufnummern aus der Telefonwelt.

Allerdings ist vollkommen unklar, wie viel Inhalte- und App-Anbieter für so etwas gegebenenfalls zu zahlen bereit wären. Laut Donovan gibt es aber durchaus Interesse von Unternehmen, die datenlastige Dienste wie mobiles Video anbieten, vor denen Endkunden aus Angst vor zu hohen Datenkosten oft eher zurückschrecken.

Die Netzbetreiber stecken zunehmend in der Bredouille, dass sie die Kontrolle über Endgeräte und Services verlieren und ihre etablieren Geschäftsmodelle unterminiert werden (etwa SMS durch Messaging-Services à la WhatsApp), sie aber weiterhin enorme Kosten in den immer schnelleren Ausbau ihrer auf "dummen Pipelines" reduzierten Infrastruktur investieren müssen. Daher sind die Carrier verzweifelt auf der Suche nach neuen Einnahmequellen.