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AT&T und MCI begraben das Kriegsbeil

24.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die beiden US-Carrier AT&T und MCI (ehemals Worldcom) haben ihren umfangreichen Zwist außergerichtlich beigelegt. AT&T hatte im September vergangenen Jahres bei einem Bezirksgericht im Bundesstaat Virginia Anzeige gegen MCI und dessen angeblichen Komplizen Onvoy erstattet. Der Carrier beschuldigt die beiden Unternehmen, sie hätten über viele Jahre hinweg Ferngespräche von AT&T-Kunden über Kanada geleitet und AT&T dann überhöhte Verbindungsgebühren in Rechnung gestellt. Als Variante des "Canadian-Gateway-Projekts" habe MCI zudem Ferngespräche von seinem eigenen Netz über Kanada auf das AT&T-Netz geleitet. MCI habe mit dem Trick vermeiden wollen, lokalen TK-Unternehmen Durchleitungsgebühren zahlen zu müssen, für die letztendlich AT&T aufgekommen sei, so der Kläger. Außerdem hätte

MCI mit der Umleitung von Regierungsgesprächen über kanadische Netze die nationale Sicherheit gefährdet.

MCI hatte bisher alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Zusätzlich warf der insolvente Carrier AT&T ähnliche Routing-Praktiken vor und verklagte den TK-Konzern wegen Missachtung von gerichtlichen Anordnungen. Mit der nun getroffenen Einigung sind die Vorwürfe hinfällig. Finanzielle Einzelheiten bezüglich der außergerichtlichen Einigung zwischen dem größten amerikanischen Festnetzanbieter und MCI wurden nicht bekannt gegeben. (mb)