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@CeBIT: Cryptovision stellt neue Verschlüsselungstechnik vor

24.02.2000

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - Cryptovision aus Gelsenkirchen stellte seine Kryptografietechnik auf Basis der Elliptic Curve Cryptography (ECC) vor, die schon mit relativ kurzen Schlüsseln eine hohe Sicherheit schafft.

Auf der CeBIT präsentierte das Unternehmen seine "Advanced Cryptographic Technology" ("CV Act"). Diese Produktfamilie besteht aus einer Softwarebibliothek, einer Programmier-Schnittstelle sowie einer Smartcard. Cryptovision hat sich auf Verschlüsselungsverfahren auf Basis von ECC spezialisiert, die nach Ansicht von Experten die bisher gängigen Mechanismen Rivest Shamir Adleman (RSA) und Data Encryption Standard (DES) ersetzen wird. Verglichen mit RSA, das beispielsweise für digitale Signaturen Verwendung findet, benötigt ECC viel kürzere Schlüssellängen. Nach Angaben von Markus Hoffmeister, einem der Geschäftsführer von Cryptovision, bietet ein 160 Bit langer ECC-Schlüssel die gleiche Sicherheit wie ein 1024 Bit langer RSA-Key. Durch den geringeren Speicherbedarf lassen sich wesentlich sicherere Kryptoverfahren in Smartcards und mobilen Endgeräten realisieren, als dies mit den heutigen Verfahren möglich ist.

Auf der Messe gab Cryptovision eine Kooperation mit Orga, einem Hersteller von Kartensystemen, bekannt. Sie sieht vor, dass Orga die ECC-Technik von Cryptovision in sein Smart-card-Betriebssystem integrieren wird. Bisher stellt Cryptovision ausschließlich Basistechnologie her, die Firmen wie Brokat und Orga in ihre eigenen Produkte integrieren. Darüber hinaus führt das Unternehmen Gespräche mit Herstellern von Systemen zum Aufbau von Public-Key-Infrastrukturen, darunter Entrust und Baltimore. Nach Angaben der Gelsenkircher lässt sich die hauseigene ECC-Technik in bestehende Produkte dieser Anbieter integrieren, soweit sie gängige Standards, beispielsweise X.509, unterstützen. Künftig will der Krypto-Spezialist auch Endprodukte vertreiben. Im Sommer dieses Jahres sollen ein "Cryptoprovider" für Windows 2000 sowie ein Plugin für Microsofts Office auf den Markt kommen.