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@anywhere - Twitters Antwort auf Facebook Connect?

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der populäre Kurznachrichtendienst Twitter hat auf der US-Konferenz South by Southwest interactive (SXSW oder SXSWi) in Austin, Texas, seinen neuen Dienst "@anywhere" angekündigt.
Prominente Partner wollen @anywhere demnächst in ihre Seiten integrieren.
Prominente Partner wollen @anywhere demnächst in ihre Seiten integrieren.

Einem Eintrag im Twitter-Firmenblog zufolge handelt es sich bei @Anywhere um einen Satz neue Frameworks, um "das Twitter-Erlebnis überall im Web hinzuzufügen". Das soll ganz ohne Implementierung von APIs (Programmierschnittstellen), sondern einfach mit ein paar simplen Zeilen Javascript funktionieren. Verschiedene populäre Web-Destinationen wie Amazon, Bing, Digg, eBay, die "Huffpost" und die "New York Times", Salesforce.com, Yahoo! sowie YouTube wollen @anywhere demnächst in ihre Seiten integrieren.

Ähnlich wie Facebook mit seinem "Facebook Connect" versucht Twitter mithin, seine Reichweite über die eigene Site hinaus auszudehnen. "Das große Ding bei @anywhere ist, dass es Reibungsverluste reduziert", sagte Twitter-Mitgründer Evan Williams auf der SXSW (wo Twitter vor drei Jahren "geboren" wurde). "Wie bei vielen anderen Dingen, die wir mit Twitter gebaut haben, kann man damit eine Menge anstellen, was wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen können." Die von vielen erwartete Ankündigung des geplanten Twitter-Werbenetzwerks blieb Williams indes schuldig.

Aus Sicht von Nico Lumma, Director Social Media bei Scholz & Friends in Hamburg, springt Twitter mit @anywhere deutlich zu kurz. "Dieses Announcement ist enttäuschend und die Entwicklungsgeschwindigkeit von Twitter ist nach wie vor ein krasser Gegensatz zu Facebook", schreibt Lumma in seinem "Lummaland"-Blog. Twitter sei sich unschlüssig, wie es mit API und externen Entwicklern umgehen solle. Mit jedem Release würden Features implementiert, die vorher bereits von externen Entwicklern getestet wurden, satt diesen Entwicklern dauerhaft eine Plattform für ihre Tools zu bieten. "Twitter muss den externen Entwicklern aufzeigen, wie sie mit Twitter als Ökosystem Geld verdienen können - ansonsten sind Facebook, Android und vor allem das iPhone viel spannender für die Heerscharen von Entwicklern, die diese API nutzen könnten", bilanziert Lumma.