XL Netbook

Asus Eee PC 1101HA im Test

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Der Asus Eee PC 1101HA ist mit seinem 11,6 Zoll Display der größte seiner Art. Im Test hielt der Akku satte acht Stunden. Ausgerechnet das Display wusste nicht so recht zu überzeugen.

Der Eee PC 1101HA ist das bisher größte Netbook von Asus - aber nicht das schwerste. Trotz des großen Displays bringt der Eee PC 1101HA nur 1,36 Kilogramm auf die Waage. Das ist weniger als die 10-Zoll-Vorgänger Eee PC 1000HE und 1000H. Das größere Display mit einer Auflösung von 1366 x 768 Bildpunkten ist nicht die einzige Neuerung beim Eee PC 1101HA. Auch die neuen Stromspar-Könige - der Prozessor Intel Atom Z und der Chipsatz Poulsbo - feiern ihren Einstand in einem Asus-Netbook.

Akkulaufzeit

Netbook mit 11,6-Zoll-Display im Test: Asus Eee PC 1101HA.
Netbook mit 11,6-Zoll-Display im Test: Asus Eee PC 1101HA.

Das Duo aus Prozessor Atom Z520 (1,33 GHz) und Chipsatz US15W (Poulsbo) beweist im Asus Eee PC 1101HA seine überragende Sparsamkeit: Das Netbook hält beim WLAN-Surfen knapp acht Stunden durch. Beim Abspielen eines DivX-Videos von der Festplatte macht es erst nach 5,5 Stunden schlapp - beides sind Top-Werte. Beim WLAN-Surfen nimmt der Asus Eee PC 1101HA im Akkubetrieb nur sechs Watt Leistung auf: Damit arbeitet er zum Beispiel ein Watt sparsamer als der Acer Aspire One 751 und erreicht trotz des deutlich kleineren Akkus (48 Wh gegenüber 57 Wh) fast die Laufzeit des Acer-Netbooks. Wie üblich gibt Asus auch seinem neuen Eee PC ein sehr leichtes Netzteil mit, das nur 220 Gramm wiegt.

Ergonomie
Seit über einem Monat hat Acer bereits sein 11,6-Zoll-Netbook Aspire One 751 auf dem Markt. Scheinbar hat Asus beim Eee PC 1101HA ein bisschen von Acer abgeschaut: Asus setzt beim Eee PC 1101HA ebenso wie Acer auf ein glanzlackiertes Gehäuse. Es wirkt auf den ersten Blick elegant, Fingerabdrücke bleiben aber störend deutlich sichtbar: Asus legt daher ein Microfaser-Putztuch bei. Auch beim Display passt Asus sich Acer an: Der Eee PC 1101HA ist das erste Asus-Netbook mit einer spiegelnden Displayoberfläche. Das ist keine gute Idee, denn das 11,6-Zoll-Display bringt es nur auf eine schwache Helligkeit von 137 cd/m2. Unter freiem Himmel kann man auf dem Display kaum noch etwas erkennen - Biergarten- oder Balkontauglich ist der Eee PC 1101HA daher nicht. Auch der Kontrast lag beim Eee PC 1101HA mit 125:1 ziemlich niedrig.

Trotz der sparsamen Komponenten arbeitet der Lüfter unter Last ziemlich laut: Er erreichte ein Sone - für ein Netbook ist das verhältnismäßig laut.Lüfter unter Last laut

Handhabung
Durch das größere Display ist der Eee PC 1101HA rund 2,5 Zentimeter breiter als ein 10-Zoll-Netbook. Der Vorteil: Asus kann eine größere Tastatur einbauen. Die Tasten liegen in einem Abstand von 18 Millimetern - und sind damit fast so groß wie bei einem Standard-Notebook. Außerdem sind nur wenige Tasten verkleinert. Auch das Tastatur-Layout ähnelt einer gewohnten Notebook-Tastatur: Auf dem Eee PC 1101HA kann man also schnell und bequem schreiben, nur der Tastenhub fällt zu flach aus. Das Touchpad liegt nicht abgesetzt im Gehäuse, sondern unterscheidet sich nur durch die strukturierte Oberfläche von der Handballenablage. Es unterstützt Zwei-Finger-Gesten - zum Beispiel zum Zoomen in Fotos.

Ausstattung
Trotz des größeren Gehäuses finden sich am Eee PC 1101HA nur die Schnittstellen, die auch andere Netbooks haben: einen VGA-Ausgang, drei USB-Ports, zwei Audiobuchsen sowie einen LAN-Anschluss und einen Kartenleser für SD-Karten. Ins Netzwerk kommt der Eee PC 1101HA per Fast-Ethernet-LAN, 11n-WLAN oder Bluetooth.

Tempo

Der Eee PC 1101HA ist noch einmal ein Stück langsamer als andere Netbooks: Im PC Mark 05 erreichte er 1087 Punkte. Das liegt vor allem am Prozessor Atom Z 520, der aufgrund der geringeren Taktrate rund zehn Prozent rechenschwächer ist als der Atom N270. Der zweite Bremser ist die lahme Chipsatzgrafik GMA 500, die beispielsweise im 3D Mark 03 rund 50 Prozent hinter dem Vorgänger GMA 950 liegt. Im Alltagsbetrieb fällt das aber kaum auf: Web-Videos à la YouTube meistert der Eee PC 1101HA. Videos in höherer Auflösung, etwa HD-Videos von YouTube oder WMV-HD-Videos in 720p ruckeln aber deutlich. Im Bios hat Asus übrigens eine Funktion zum Übertakten des Eee PC 1101HA vorgesehen: Das Netbook lässt sich durch um bis zu 30 Prozent hochjubeln. In unseren Tests lief der Eee PC 1101HA auch bei maximaler Übertaktung stabil: Das Tempoplus lag bei rund 17 Prozent - vor allem der Arbeitsspeicher und die Chipsatzgrafik gewinnen durchs Übertakten. Doch insgesamt bleibt der Eee PC 1101HA immer noch langsamer als ein Netbook mit Atom N270.

Fazit: Die lange Akkulaufzeit katapultiert den Eee PC 1101HA ins Netbook-Spitzenfeld. Außerdem punktet er mit der großen, schreibfreundlichen Tastatur und der ordentlichen Ausstattung mit 11n-WLAN und Bluetooth. Der große Schwachpunkt des Eee PC 1101HA ist das spiegelnde, nicht besonders helle Display.

Alternativen: Eine etwas längere Laufzeit bietet das 10-Zoll-Netbook MSI U110 Eco Luxury. Das Samsung NC10 läuft im Akkubetrieb fast genauso lange wie der Eee PC 1101HA und sein Display ist kleiner: Aber für unterwegs ist es deutlich besser geeignet.

Varianten: Asus Eee PC 1101HA schwarz (getestet), Asus Eee PC 1101HA weiß

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer Schwesterpublikation PC-Welt. (pah)