ERP-II

Asseco setzt auf modulares ERP

Susanne Franke ist freie Fachjournalistin in München.
Auf Web-Services und eine Microsoft-Infrastruktur baut die ERP-II-Lösung "APplus", deren Hersteller AP in die Asseco Gruppe eingegliedert wurde.
Auftragsbearbeitung mit APplus.
Auftragsbearbeitung mit APplus.

Unter ERP II verstehen Analysten wie Gartner betriebswirtschaftliche Standardsoftware, die sich durch eine offene, modulare Architektur auszeichnet und die neben den klassischen ERP-Funktionen auch interne und externe kollaborative, operationale und Finanzprozesse einbeziehen kann. Unter dieses Label stellt auch die ehemalige AP AG, jetzt Asseco Germany AG, ihre auf Basis von Microsoft .NET von Grund auf neu entwickelte ERP-Software. APplus ist eine Lösung für mittelständische Unternehmen mit Microsoft-Infrastruktur. Charakteristisch ist die Nutzung von Web-Techniken, wobei die Geschäftslogik in Form von Web-Services auf einem Applikations-Server bereitgestellt wird. Die Datenhaltungsebene bilden SQL Server, Active Directory und die SharePoint Services beziehungsweise der SharePoint Server.

CRM und Co. als Web-Service

Neben den klassischen ERP-Funktionen kommt APplus mit Modulen für Customer-Relationship-Management, E-Business, Wissensorganisation und Supply-Chain-Management. Diese Funktionen stehen ebenfalls als Web-Services zur Verfügung, sind laut Hersteller miteinander integriert und über eine Web-Benutzeroberfläche zugänglich. Workflows in den SharePoint-Portalen legen die Prozessabläufe fest.

Die gekapselten Komponenten bieten im Vergleich zum früheren Client-Server-Ansatz deutlich mehr Konfigurationsmöglichkeiten für die Anpassung der ERP-Lösung. Auch die fortlaufende Modifikation der Prozesse im Tagesgeschäft soll mit der neuen Architektur möglich sein. Die Unterstützung von Web-Services-Standards wie XML und Soap erlaubt es zudem, die Module in mehrstufige Zulieferketten einzubinden und applikationsunabhängige Dienste für Partner bereitzustellen. Da die einzelnen Business-Objekte jeweils über eine URL adressierbar sind, lassen sie sich entlang der Wertschöpfungskette zum Beispiel Partnern und Lieferanten zur Verfügung stellen. So kann ein Unternehmen seine komplette Warenwirtschaft an einen Logistikdienstleister auslagern, der dann über einen Web-Browser mit der Applikation arbeitet.

Ein neu konzipiertes Portal- und Workflow-Konzept soll jeden Anwender mit persönlichen Oberflächen für seine Aufgaben bedienen. Der User stellt sein Portal aus den für ihn vorbereiteten Mini-Webparts mit den Aufgaben- beziehungsweise Datenbereichen zusammen, für die er verantwortlich ist. Die Navigation zwischen den Anwendungsmasken erfolgt über Links.