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ASML spürt schwächere Chipnachfrage

13.10.2004

Mit den jüngsten Ergebnissen des niederländischen Halbleiterausrüsters ASML Holding nehmen die Anzeichen für ein Abflauen des Chipmarktes weiter zu. Der Hersteller von Lithographie-Anlagen zur Chipproduktion konnte sein Nettoergebnis im dritten Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar von minus 31 Millionen auf plus 41 Millionen Euro verbessern. Im vorangegangenen zweiten Quartal hatte ASML jedoch noch einen Reingewinn von 65 Millionen Euro erzielt. Das aktuelle Resultat wurde allerdings durch eine Zahlung über 33 Millionen Euro an Nikon geschmälert - eine Anzahlung für die insgesamt 87 Millionen Dollar Schadensersatz zur Beilegung eines Patentstreits.

Die Einnahmen legten im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 610,5 Millionen Euro zu - gegenüber dem Vorquartal verbuchten die Niederländer aber einen Umsatzrückgang um ein Prozent. Das Unternehmen habe im Berichtsquartal zirka fünf bis zehn Lithographie-Anlagen weniger verkauft als erwartet, da Kunden ihre Bestellungen verschoben hätten, begründete der scheidende CEO Doug Dunn.

Positiv entwickelte sich dagegen der Auftragseingang. Ende September standen Bestellungen mit einem Gesamtvolumen von 2,05 Milliarden Euro im Orderbuch, das sind 14 Prozent mehr als ein Vierteljahr zuvor. Wegen des höchsten Auftragsbestands in der Firmengeschichte ist der neue ASML-Chef Eric Meurice überzeugt, trotz des weltweit nachlassenden Halbleitermarktes im letzten Quartal 2004 ein solides Geschäftsergebnis abzuliefern. Meurice hat Anfang Oktober die Geschäfte bei ASML übernommen, wird aber noch für einige Monate von seinem Vorgänger Dunn eingewiesen, bevor dieser in den Ruhestand geht. (mb)