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ASML mit weniger Gewinn im 3. Quartal - Anziehender Auftragseingang überrascht

12.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische Spezialmaschinenbauer für die Halbleiterindustrie ASML hat in seinem dritten Geschäftsquartal bei geringeren Umsätzen mehr Gewinn als noch vor einem Jahr erwirtschaftet. Der Umsatzrückgang sei vor allem mit dem jüngsten Preisverfall in der Branche zu erklären, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Veldhoven mit. ASML wies jedoch auf den im Vergleich zum Vorquartal anziehenden Auftragseingang hin, der positiv für das Jahr 2006 stimme. Der Ordereingang überraschte auch Analysten, die mit deutlich weniger Aufträgen gerechnet hatten.

Der Überschuss stieg von 41 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 48 Millionen Euro, wie ASML mitteilte. Dabei gingen die Umsätze von 610 auf 533 Millionen Euro im Jahresvergleich zurück. Im zweiten Quartal 2005 hatte ASML 763 Millionen Euro umgesetzt und 112 Millionen Euro verdient, allerdings sei der durchschnittliche Verkaufspreis für ASML-Maschinen seitdem um elf Prozent gesunken, hieß es. Zudem habe die Einigung in einer Patentrechtsklage mit Nikon und Carl Zeiss den Gewinn belastet.

Zwischen Juli und September lieferten die Niederländer 39 (Vj: 44) Systeme aus. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Auftragseingang zwar von 804 Millionen auf 728 Millionen Euro zurück, lag allerdings deutlich über dem Niveau des Vorquartals (297 Millionen Euro). Die Kunden hatten insgesamt 46 Systeme bestellt, Analysten hatten lediglich mit 32 bis 43 gerechnet. Zudem habe im dritten Quartal 2005 der durchschnittliche Verkaufspreis mit 15,8 Millionen Euro ein Rekordniveau erreicht, hieß es. Der Auftragsbestand lag Ende September bei 1,245 Milliarden Euro.

"Die Auftragseingänge haben im dritten Quartal angezogen, dabei wird der Produkt- und Kundenmix unsere Position beim Start in das neue Jahr 2006 stärken", sagte Konzernchef Eric Meurice laut Mitteilung. Für das vierte Quartal stellte der Manager einen Auftragseingang in etwa auf der Höhe des dritten Geschäftsviertels in Aussicht. Der Konzern werde voraussichtlich 40 Systeme ausliefern. Angepeilt sei im 4. Quartal eine Bruttomarge von 36 bis 38 Prozent. (dpa/tc)