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Arthur Andersen: "UPCs Zukunft ist ungewiss"

15.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aufgrund der schlechten Zahlen des niederländischen Kabelkonzerns United Pan-Europe Communications (UPC) hat dessen Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen bei der US-Börsenaufsicht "tiefe Zweifel" an dem Fortbestand des Unternehmens angemeldet. Die an der Nasdaq notierte und von John Malones Liberty Media kontrollierte Kabelfirma hatte Ende vergangener Woche nach zweimaliger Verschiebung die Zahlen für ihr Geschäftsjahr 2001 vorgelegt. UPC wies einen Nettoverlust von 4,4 Milliarden Euro aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie im vorhergehenden Geschäftsjahr (minus zwei Milliarden Euro). Der Grund für das enorm gestiegene Defizit liege vor allem in den Firmenwertberichtigungen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar, hieß es aus der UPC-Zentrale. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen die Schulden des Konzerns zudem von 9,6 auf 11,2 Milliarden Euro, während die Barreserven auf 855

Millionen Euro sanken. Der Umsatz des Unternehmens stieg 2001 um 38 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro.

UPC war bereits im vergangenen Jahr von der Amsterdamer Börse geflogen, als der Shareholder-Equity-Wert ins Negative rutschte. Nun droht den Niederländern auch ein Delisting von der Nasdaq. Damit bliebe UPC nur noch die Notierung im Euronext-Index. (ka)