Breitband raus?

Arques bestätigt Pläne für Umstrukturierung bei Gigaset

24.02.2009
Der Finanzinvestor Arques hat Pläne für eine Neuausrichtung der früheren Siemens-Telefonsparte Gigaset bestätigt.

"Wir müssen überlegen, ob das Breitbandgeschäft weitergeführt wird oder wir uns künftig ganz auf die Telefonie konzentrieren", sagte Arques-Vorstand Hans Gisbert Ulmke der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag). Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Geschäftsbereich verkauft werde. Ziel sei, das Unternehmen profitabel zu machen und so auf einen Verkauf vorzubereiten. "Wir müssen daher die Produktion verschlanken und die Kapazitäten anpassen."

Das aktuelle Gigaset-Flaggschiff 'SL780'
Das aktuelle Gigaset-Flaggschiff 'SL780'

Der auf die Sanierung von Unternehmen in Umbruchsituationen spezialisierte Finanzinvestor hatte die frühere Siemens-Sparte SHC im August vergangenen Jahres übernommen. Auch die Zeitung "Euro am Sonntag" hatte bereits über einen geplanten Umbau bei dem Unternehmen mit zuletzt noch 2100 Mitarbeitern berichtet. Die Belegschaft solle an diesem Donnerstag über den Stand der Verhandlungen der Geschäftsführung mit der Arbeitnehmervertretung und der Gewerkschaft IG Metall informiert werden, bestätigte Ulmke der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Die Gespräche mit der Gewerkschaft laufen auf einer sehr sachlichen Ebene." Betriebsbedingte Kündigungen seien im Zuge des Umbaus wegen des noch mit dem früheren Mehrheitseigentümer Siemens geschlossenen Ergänzungstarifvertrags ausgeschlossen.

Laut "SZ" ist im Rahmen eines Sparprogramms geplant, die Zahl der Gigaset-Mitarbeiter um zehn bis 20 Prozent zu reduzieren. Dazu wollte sich Ulmke am Dienstag nicht äußern und erklärte lediglich, es gebe dazu keine Entscheidungen.

Dem Bericht zufolge erzielt die frühere Siemens-Sparte etwa zwei Drittel ihres Umsatzes von rund 800 Millionen Euro mit den Schnurlostelefonen der Marke Gigaset. Einen Großteil des übrigen Geschäfts mache das Unternehmen mit Breitband-Produkten wie beispielsweise DSL-Routern. (dpa/tc)