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Arcor will über 1000 Stellen streichen

13.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das TK-Unternehmen Arcor will im nächsten Jahr voraussichtlich mehr als 1000 von insgesamt 8900 Stellen abbauen. Wie die Wirtschaftzeitung "Handelsblatt" berichtete, fordert der Mehrheitseigner Vodaphone nach unerwartet schlechten Zahlen im dritten Quartal ein striktes Kosten-Management. Dabei sollen nach Angaben des Arcor-Betriebsrats auch Doppelbesetzungen, die mit der Integration von Otelo und der Zusammenlegung der Telefonnetze entstanden seien, abgebaut werden. Außerdem rechnet die Arbeitnehmervertretung mit Stellenkürzungen in der Kundenbetreuung. Bereits seit letzter Woche hatten die 520 Otelo-Beschäftigten ein Abfindungsangebot erhalten, den 65 Mitarbeitern der ebenfalls aufgelösten Richtfunkabteilung Arctel wurde bereits gekündigt. Als weitere Einsparmassnahmen stoppt Vodaphone den geplanten Kauf von Talkline ID, die

Übernahmepläne weiterer Stadtnetzbetreiber werden auf Eis gelegt und ein Ausbau des Arcor-Management verschoben.

Das Eschborner Unternehmen ist der größte Konkurrent der Deutschen Telekom im Festnetz und bietet als einziger Wettbewerber auch Privatkunden Telefonanschlüsse im Ortsnetz an. Der dabei erhoffte Zuwachs blieb in diesem Jahr jedoch aus: Anstatt wie erwartet 230 000 wird Arcor bis Jahresende voraussichtlich nur 100 000 ISDN-Kunden zählen. Das Unternehmen hatte sich bereits mehrmals bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) beklagt, dass die Telekom den Zugang ins Ortsnetz behindere. Gleichzeitig leidet Arcor im Ferngesprächbereich unter den sinkenden Preisen.