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Arbeitsschwerpunkte für die nähere Zukunft von Linux

21.06.2007
Entwickler und Anwender verständigen sich auf dem ersten Gipfeltreffen der Linux Foundation auf gemeinsame Ziele.

Die Linux Foundation (LF), eine Non-Profit-Organisation von Entwicklern, IT-Unternehmen und Anwendern mit Interesse an Open Source, hat eine Zusammenfassung der Ergebnisse ihres ersten "Collaboration Summit" vorgelegt. Diese Veranstaltung, erste ihrer Art, fand Mitte Juni im Google-Hauptquartier im kalifornischen Mountain View statt. Auf der hochkarätig besuchten Konferenz haben sich drei Tage lang 230 Kernel-Entwickler, Leiter von Community-Projekten, Distributoren, Systemhäuser, unabhängige Softwarehäuser und Anwender in Arbeitskreisen ausgetauscht.

Die Highlights des Gipfeltreffens:

  • Barrierefreiheit: Eine LF-Arbeitsgruppe Accessibility arbeitet an der Verbreitung ihres Standards "iAccessible2" unter Applikationsanbietern. Er soll es Behinderten vereinfachen mit Anwendungen umzugehen, und zwar über Linux hinaus in allen IT-Umgebungen.

  • Treiber: Vorgestellt wurde ein offenbar noch nicht viel Resonanz gestoßenes Programm der Linux-Kernel-Gruppe, das Linux-Driver-Projekt. Die Gruppe bietet Herstellern von Hardware an, Linux-fähige Treiber für ihre Devices zu entwickeln. Nach Darstellung der LF ist Linux das Betriebssystem, für das es die meisten Treiber überhaupt gibt. Ein altes Argument gegen das quelloffene Betriebssystem hat sich damit erledigt.

  • Strom-Management: Die LF hat eine Initiative "Green Linux" gestartet. Ihr Ziel ist es, Distributions-unabhängige Maßnahmen für die Senkung des Stromverbrauchs von Linux-basierenden Servern, Desktops und mobilen Geräten zu entwickeln.

  • Drucker: Die LF-Arbeitsgruppe "Open Printing" stellte ihr "LSB Device Driver Kit" für Drucker vor. Dies ist ein Toolset, mit dem Druckerhersteller nur noch einen Treiber entwickeln müssen, um ihre Maschinen für alle Linux-Varianten geeignet zu machen. Außerdem betreibt die Gruppe eine "OpenPrinting"-Datenbank, von der man (auch herstellerunabhängige) Tools für das Linux-Printer-Setup downloaden und automatisch installieren kann.

  • Testing: Die an der Vereinheitlichung der Distributionen arbeitendende LF-Arbeitsgruppe Linux Standard Base stellte ihr "LSB Test Framework" und das zugehörige Toolset vor. Die neuen automatisierten Testwerkzeuge geben Distributoren und Anwendungsentwicklern Maßgaben an die Hand, mit denen sie schneller zu einer LSB-Zertifizierung kommen können.

Aufgrund des großen Interesses und der zahlreichen Arbeitfelder will die Linux Foundation künftig ihren Collaboration Summit zweimal jährlich veranstalten. Das nächste Gipfeltreffen ist für März 2008 vorgesehen. Teilnehmen können LF-Mitglieder und "wichtige Mitarbeiter im Linux-Ökosystem". Mehr Informationen über den sich zum Groß-Event der Open-Source-Community entwickelnden Summit gibt es unter www.linux-summit.org. (ls)