FLA

Arbeitsbedingungen bei Foxconn werden besser

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die Arbeitsbedingungen beim chinesischen Apple-Zulieferer Foxconn werden einem Medienbericht zufolge allmählich menschenwürdiger.
Sportanlage inmitten einer Foxconn-Schlafstadt
Sportanlage inmitten einer Foxconn-Schlafstadt
Foto: Foxconn

Apple war nach herber Kritik der Fair Labor Association (FLA) beigetreten und hatte sich verpflichtet, gemeinsam mit Foxconn die Arbeitsbedingungen in den chinesischen Werken zu verbessern, wo die meisten iPhones und iPad zusammengebaut werden. Die FLA-Auditoren bescheinigen nun einem Bericht der "New York Times" zufolge erste Fortschritte, allerdings gebe es noch immer eine Menge zu tun.

Laut FLA müsste Foxconn - das ist der Handelsname von Hon Hai Precision Industry aus Taiwan, das neben Apple auch für unter anderem HP, Dell und Sony fertigt - lokalen Gesetzen zufolge die Arbeitszeiten für seine hunderttausenden Mitarbeiter in seinen südchinesischen Werken bis 2013 um fast ein Drittel reduzieren.

Foxconn selbst erklärte gestern, es arbeite weiter am Abbau von Überstunden und wolle diese von gegenwärtig 20 auf unter neun pro Woche drücken. Das könne allerdings die Arbeitskosten erhöhen und es schwerer machen, neue Mitarbeiter zu gewinnen.

"Das ist eine Herausforderung. Wenn wir die Mehrarbeit reduzieren, dann müssen wir mehr Leute einstellen und mehr Automatisierung implementieren, mehr in Robotic Engineering investieren", erklärt Louis Woo, Assistent des Foxconn-Geschäftsführers. "Und mehr Mitarbeiter bedeutet mehr Wohnheime und mehr Freizeiteinrichtungen; das braucht Zeit."

Internet-Café für Foxconn-Mitarbeiter
Internet-Café für Foxconn-Mitarbeiter
Foto: Foxconn

Andererseits erwarte er im Gegenzug eine höhere Loyalität der Arbeiter, außerdem könne das Unternehmen dann bei den Kosten für das Anwerben und Halten von Mitarbeitern sparen und auf höhere Produktivität und weniger Ausschuss hoffen. Foxconn wolle nicht nur "das Richtige" für seine eine Million Mitarbeiter tun, sondern auch ein Vorbild für andere Unternehmen sein, so Woo weiter.

Die FLA bescheinigte Apple und Foxconn jedenfalls, dass vereinbarte Änderungen eingeführt worden seien und dass Apple seinen Partner, der größter Auftragsfertiger der Welt ist, in die Pflicht zu nehmen versuche.

Der FLA-Chef Auret van Heerden wies allerdings auch auf ein Problem mit den Erwartungen der Foxconn-Arbeiter hin. "Viele Arbeiter sind ganz klar nach Shenzhen gekommen, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld zu verdienen - und in dieser Rechnung spielen Überstunden eine wichtige Rolle."

Woo verweist darauf, dass Foxconn seine Mitarbeiter kontinuierlich darüber informiere, wie wichtig Lebensqualität und Gesundheit seien. "Das müssen wir unseren Leuten, speziell den jungen Wanderarbeitern, immer wieder sagen - wer mehr als eine bestimmte Zahl von Stunden arbeitet, der fühlt sich müde und schlecht. Wenn wir die Arbeitsumgebung und Benefits verbessern können, dann können sie ihr Leben besser genießen."