Arbeitgeber halten sich mit Einstellungen weiter zurück

Arbeitgeber halten sich mit Einstellungen weiter zurück

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Die Auswahl für Stellensuchende blieb mit 2768 Jobangeboten in Tageszeitungen auch im Februar begrenzt. Die Arbeitgeber scheinen noch nicht auf erste positive Konjunktursignale zu reagieren und halten sich mit Einstellungen weiter zurück.

Branchenverbände wie das European Information Technology Observatory (Eito) prognostizieren für dieses Jahr wieder ein moderates Wachstum für die IT- und TK-Branche. Gute Nachrichten, die sich bislang noch nicht unmittelbar im IT-Arbeitsmarkt niedergeschlagen haben.

Nach der jüngsten Stellenmarktauswertung des Hamburger Marktforschungsinstituts EMC/Adecco, das 40 Tageszeitungen und die CW untersucht, wurden in den ersten beiden Monaten 2002 rund 70 Prozent weniger IT-Jobs offeriert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Februar gab es mit 2768 Stellenangeboten sogar noch etwas weniger als im Januar (2814).

Ein Blick auf die Branchen zeigt, dass auch in diesem Jahr IT- und TK-Hersteller für die größten Einbrüche im IT-Arbeitsmarkt verantwortlich sind. Hatten Software- und IT-Beratungshäuser in den ersten beiden Monaten 2001 noch 6096 Stellen zu besetzen, sind es in diesem Jahr nur noch 1395. In der Telekommunikation ist das Jobangebot von 1819 auf 185 Stellen noch deutlicher geschrumpft.

Kein Stellenmarkteinbruch beim Öffentlichen Dienst

Auch die Anwenderfirmen halten sich mit Neueinstellungen weiter zurück. Selbst so erfolgsverwöhnte Branchen wie der Maschinen- und Fahrzeugbau suchten seit Jahresanfang mit 582 IT-Profis nicht einmal halb so viele neue Mitarbeiter wie im Vergleichzeitraum 2001. Auch die IT-Offerten von Banken und Versicherungen haben sich auf ein Drittel des Angebots vom Vorjahr reduziert.

Allein Hochschulen (237 Angebote), Behörden (184) und die Pharmaindustrie (93) schreiben weiter fast konstant Stellen für IT-Profis aus. Im Vergleich der IT-Berufe gehören die Internet- und E-Commerce-Spezialisten zu den größten Verlierern: Für sie gab es seit Jahresanfang 171 Offerten (2001: 1481). Einbrüche von über 70 Prozent mussten aber auch die IT-Kernberufe wie Anwendungsentwickler und Netzspezialisten sowie IT-Berater hinnehmen, die noch im vergangenen Jahr auf der Beliebtheitsskala ganz oben gestanden hatten. Mittlerweile werden zum ersten Mal mehr CAD/CAM-Spezialisten als Programmierer gesucht - im Januar und Februar 2001 gab es für Anwendungsentwickler noch doppelt so viele Angebote wie für jede andere Berufsgruppe.