Der Führungstipp

Arbeiten in interkulturellen Teams

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Wie nutzt man die kulturelle Vielfalt in Unternehmen am sinnvollsten, so dass gemischte Teams den bestmöglichen Erfolg erzielen können?
Christoph Hagmann, Infosys: "Alte Denkmuster funktionieren nicht in interkulturellen Teams."
Christoph Hagmann, Infosys: "Alte Denkmuster funktionieren nicht in interkulturellen Teams."
Foto: Infosys

Christoph Hagmann verantwortet seit 2010 als Partner das Management-Consulting von Infosys in Deutschland. Hier treffen die indische und die deutsche Kultur direkt aufeinander. Hagmann weiß aus eigener Erfahrung, worauf es bei der Zusammenstellung eines interkulturellen Teams ankommt: " Die Integration neuer Mitarbeiter unterschiedlicher Kulturen ist eine spannende Herausforderungen, der wir uns als Unternehmen stellen müssen. Internationalisierung ist in aller Munde. Welche Auswirkungen das aber konkret auf die Arbeitswelt hat, ist vielen oft unklar. Gemische Teams mit unterschiedlichen Herkunftsländern bringen unterschiedliche Kulturen, Persönlichkeiten und Arbeitsweisen mit. Das kann Konfliktpotenzial bergen, aber auch viele Chancen bringen.

Um in einem interkulturellen Team erfolgreich zu sein, ist es zunächst wichtig, die andere Kultur zu verstehen und anzunehmen. Indische Mitarbeiter beispielsweise wirken nicht so entscheidungsfreudig wie deutsche. Sie denken oftmals viel stärker in hierarchischen Ebenen und sind es gewohnt, Anweisungen vom Vorgesetzten ohne wenn und aber umzusetzen. Das wirkt auf den Deutschen oft unselbstständig, während es die Inder eher als unhöflich empfinden, wenn der deutsche Mitarbeiter Diskussionen mit seinem Vorgesetzten anfängt. Diese unterschiedlichen Herangehensweisen und Empfindungen sollte man kennen und mit Respekt betrachten. Interkulturelle Unternehmen können hier Konflikten vorbeugen, indem sie gezielte Trainings und Workshops zur anderen Kultur am besten im entsprechenden Land durchführen.

Internationale Teams können nur dann erfolgreich sein, wenn alle versuchen, das Positive an den anderen Kulturen zu entdecken.
Internationale Teams können nur dann erfolgreich sein, wenn alle versuchen, das Positive an den anderen Kulturen zu entdecken.
Foto: Yuri Arcurs - Fotolia.com

Darüber hinaus ist es wichtig, die unterschiedlichen Kulturen nicht kritisch zu betrachten, sondern zu versuchen, für sich das Positive aus der anderen Kultur zu ziehen. Die Inder zum Beispiel zeigen in der Regel keinen Neid und messen ihre Leistungen eher an sich selbst, nicht an anderen. Deutsche tendieren dazu, selbständiger zu handeln und proaktiv zu denken. Hier können beiden Seiten voneinander lernen.

Außerdem müssen Mitarbeiter interkultureller Teams bereit für Innovationen sein. Alte Denkmuster nach dem Motto "Das haben wir schon immer so gemacht", bewähren sich hier nicht. Neue Wege, um die Effizienz zweier Kulturen zusammenzubringen, sind gefragt.

Weitere Führungstipps von erfahrenen Managern: