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Arbeiten an neuer Open-Source-Lizenz GPL

14.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Free Software Foundation (FSF) arbeitet an einer neuen Version der General Public License (GPL). Die jetzt 14 Jahre alte Form der GPL entspricht nicht mehr aktuellen Entwicklungen der IT. So kann GPL-lizenzierte Software eigentlich nicht mit proprietärer verknüpft werden, ohne deren Offenlegung zu erzwingen. Bei der Nutzung von Web-Services tritt diese Situation auf - und in der Realität wird die GPL ignoriert.

Mit der Formulierung einer neuen GPL sind mehrere auf Lizenz- und Urheberrecht spezialisierte Anwälte unter Leitung des FSF-Hauptjuristen Eben Moglen, einem Rechtsprofessor, befasst. Es dürfte noch mindestens ein Jahr dauern, bis der Entwurf einer neuen GPL erscheint. Danach wird eine öffentliche Debatte der Community und der an Open Source interessierten Unternehmen beginnen. Daher ist mit der Verabschiedung der neuen GPL nicht vor Sommer 2006 zu rechnen.

Es wäre bereits die dritte GPL-Version. Die erste erschien im Juni 1988 und betraf die ersten Bestandteile der quelloffenen Unix-Variante GNU. Genau drei Jahre darauf wurde im Juni 1991 die zweite und bis heute gültige GPL-Version veröffentlicht. Die wesentlich liberalere GNU Lesser General Public License (LGPL) erschien in der heute gültigen Version 2.1 im Frühjahr 1999. Aus diesen Ursprüngen entwickelten sich bis heute zahlreiche spezifische Open-Source-Licenzen. Diese sind erst dann gültig, wenn die Open Source Initiative ihnen zugestimmt hat. Über 50 haben die Zertifizierung erhalten. (ls)