Arbeiten als Softwareentwickler: "Ohne Programmieren wäre es fad"

15.10.2004
Von Helga Ballauf
Marcus Adlwart hat seinen ersten Arbeitgeber lange getestet, zunächst als Werkstudent und danach während der Diplomarbeit. Nun ist der Informatiker seit zwei Jahren bei der Firma Beck et al. projects in München fest angestellt.

Adlwart hat sich die Tätigkeit als Entwickler von Individualsoftware gezielt ausgesucht: "Da die Projekte im Software-Engineering von begrenzter Dauer sind, hat man jedes Mal mit anderen Menschen und Fachgebieten zu tun. Das ist spannend und abwechslungsreich." Einmal konstruiert er ein System für ein Touristikunternehmen, dann ist ein Reifenhersteller der Kunde und das nächste Mal ein Tankstellenverbund. Diese Vielfalt biete nur ein IT-Dienstleister, der wie Beck et al Kunden aus ganz unterschiedlichen Branchen betreut.

"Der Berufseinstieg bei einem Mittelständler ist ideal", meint Adlwart. "Die Kommunikationswege sind kurz, die Hierarchien flach. Man übernimmt schnell Verantwortung." Außerdem gefällt ihm, dass die Kollegen jung sind, das Klima in der Firma stimmt und Weiterbildung ernst genommen wird. Jedoch ist dem jungen Informatiker klar, dass ein 35-Mann-Betrieb keine großen Aufstiegsmöglichkeiten bieten kann.

Markus Adlwart
Markus Adlwart

Doch so ganz kann sich Adlwart ohnehin nicht vorstellen, mal nur Projektverantwortung zu tragen: "Ganz ohne Programmieren stelle ich mir das fad vor." Kommt Zeit, kommt Rat, meint er und stürzt sich auf das nächste Projekt. "Am schwierigsten ist immer, herauszufinden, was der Kunde tatsächlich will."

Sich einlesen und danach die Fachleute des Auftraggebers so lange ausfragen, bis die Geschäftsprozesse und das, was sie abbilden, genau verstanden sind - diese Methode hat Adlwart sich von den erfahrenen Kollegen abgeschaut, mit denen er die ersten Kunden besuchte. Der Informatiker schätzt es, auch mit Geisteswissenschaftlern zusammenarbeiten zu können, die mit ihrer Herangehensweise an Projekte seine technische Perspektive ergänzen.

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