Arag widersteht Outsourcing- Versuchung

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der Versicherungskonzern hat seine IT-Aktivitäten in externes und internes Geschäft zerlegt. Das Systemhaus Alldata soll verkauft werden, die für das Kerngeschäft erforderlichen IT-Services betreibt der Konzern selbst. Vom Outsourcing-Trend ließ sich das Arag-Management nicht beeindrucken.

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  • warum Arag seine IT-Tochter verkaufen will;

  • was diese Entscheidung mit der Out-sourcing-Frage zu tun hat;

  • wie der Versicherungskonzern diese Frage beantwortet hat;

  • welche Konsequenzen die Antwort nach sich zieht.

Im Arag-Tower wurde sorgfältig abgewogen.
Im Arag-Tower wurde sorgfältig abgewogen.

Der Arag-Konzern will seine IT-Tochter Alldata veräußern: Diese Nachricht kam im November vergangenen Jahres nicht unerwartet. Der Verkauf von IT-Ausgründungen deutscher Konzerne war und ist keine Seltenheit, zuvor hatten schon Firmen wie Thyssen-Krupp, Vorwerk, Karstadt-Quelle und die Drägerwerke ihre IT-Töchter einem IT-Dienstleister übergeben. Doch der Arag-Konzern reiht sich nur vordergründig in diese Kette ein, denn die Assekuranz trennt sich bloß vom externen Geschäft. Die Entscheidung, für Alldata einen Partner zu suchen, ist lediglich der augenfälligste Baustein eines komplexen Umbauprojekts, an dessen Ende eine effiziente, interne Konzern-IT steht.

Den Orientierungspunkt dieses nun schon seit mehr als zwei Jahren währenden Vorhabens benennt IT-Vorstand Hanno Petersen: "Wir erachten IT als Kernkompetenz einer Versicherung. Alles, was eine Versicherung macht, wird über IT abgebildet. IT ist eine wichtige Differenzierungsmöglichkeit der Arag." Damit lässt der Arag-Experte das derzeit sehr beliebte Management-Instrument Outsourcing links liegen und widersetzt sich den verlockenden Marketing-Botschaften der IT-Servicebranche.

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