" Verlorenes" iPhone 4G

Apple zur besten Sendezeit vorgeführt

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
In einer der beliebtesten US-Fernsehsendungen, "The Daily Show", hat deren Host Jon Stewart vor einem Millionenpublikum Apple heftig durch den Kakao gezogen.

Stewart ist Gastgeber der Late Night Show. Diese wird auf dem US-Kabelkanal Comedy Central gesendet und ist als satirische Nachrichtensendung ausgelegt.

Kabarettist Jon Stewart macht sich in seiner Late Night Show über Apple lustig.
Kabarettist Jon Stewart macht sich in seiner Late Night Show über Apple lustig.
Foto: Youtube

Jetzt hat Stewart Apple aufs Korn genommen. Er ätzte über die juristischen Manöver, die das Unternehmen im Zusammenhang mit dem in einem Restaurant im kalifornischen Redwood City "verlorenen" iPhone-4G-Prototypen gegen den Redakteur des Technik-Blogs Gizmodo, Jason Chen, lancierte. Der hatte dem Finder des Nächste-Generations-Smartphones von Apple 5000 Dollar gezahlt und das iPhone in einem Video auf der Gizmodo-Website ausführlich beschrieben.

Deshalb rückte ein Ermittlungskommando bei Chen ein und verschaffte sich in seiner Abwesenheit etwas rustikal Zutritt zu dessen Haus. Stewart kommentierte die Hausdurchsuchung mit der Frage: "Die Polizei trat Chens Tür ein? Wissen die denn nicht, dass es dafür eine App gibt?" Unter dem Gelächter des Publikums sah man im Hintergrund ein App-Icon "Ram IT".

Im weiteren Verlauf geriet die Satire für Apple immer mehr zu einer handfesten Abrechnung wegen der humorlosen Art, mit der die Jobs-Company die Affäre um das angeblich verloren gegangene iPhone handhabt.

Stewart dachte laut und voll triefender Ironie darüber nach, dass Apple einmal für das Gute in der Welt gestanden habe und als Vertreter der Schwachen und Unterprivilegierten posierte, die sich gegen die Unterwerfung durch die bösen Mächte der Welt auflehnen. Er zeigte dabei einen kurzen Ausschnitt aus dem berühmt gewordenen Werbespot, mit dem Apple 1984 den Macintosh eingeführt hatte.

Dieser Spot lief zur besten Werbezeit während des Superbowl-Finales. Er zeigte eine junge Frau, die an einer Heerschar stromlinienförmig ausgerichteter und der Ansprache des großen Bruders aus George Orwells Roman "1984" ergeben lauschenden Menschen vorbeiläuft. Sie wirft einen Hammer in den überlebensgroßen Bildschirm und zerstört damit sinnbildlich die Macht dieses Diktators. Stewart kommentiert diese Szene mit der ironischen Aufforderung an Apple-Chef Steve Jobs: "Schau in den Spiegel! Dieser Mann, das bist heute Du! So war das nicht gedacht: Microsoft sollte eigentlich der Böse sein. Und jetzt geht ihr her und tretet Türen ein."

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