Smartwatch offiziell vorgestellt

Apple Watch ab 24. April erhältlich

Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf eine langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
Apple hat alle Geheimnisse um die Watch gelüftet. Ab dem 24. April ist die Smartwatch zu Preisen ab 399 Euro in Deutschland erhältlich. Die teuerste Variante Watch Edition in 18 Karat Gold beginnt bei 11.000 Euro. Vorbestellungen nimmt der Hersteller ab dem 10. April entgegen.
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Man wolle unvergessliche Produkte mit besonders einfacher Handhabung machen - und müsse nicht immer unbedingt der erste sein. Mit dieser Philosophie, die schon für den ersten iPod galt, geht Apple am 24. April mit seiner Smartwatch in den Verkauf. Das herausragende Feature der Apple Watch sei deren Vielseitigkeit: Die Träger werden ihre individuellen Lieblings-Apps auf der Uhr haben. Selbst die Zeitanzeige ist persönlich konfigurierbar, wie Apple-CEO Tim Cook betont. Durch die personalisierten Apps beurteilt Cook die Apple Watch künftig als ähnlich wichtig wie das iPhone. Künftig könne das für die Koppelung mit der Watch notwendige iPhone meist einfach in der Tasche bleiben - ein Blick auf die Watch informiere den Träger mit allen wichtigen Ereignissen.

iPhone-App Apple Watch: In iOS 8.2 gibt es die App, um die Smartwatch zu konfigurieren. In der App gibt es auch einen eigenen App Store für die Watch - der ist allerdings noch nicht aktiviert.
iPhone-App Apple Watch: In iOS 8.2 gibt es die App, um die Smartwatch zu konfigurieren. In der App gibt es auch einen eigenen App Store für die Watch - der ist allerdings noch nicht aktiviert.
Foto: Christian Vilsbeck

Die Erfolgsaussichten für die Watch sind nicht schlecht. Laut den Analysten von Forrester sind inzwischen 21 Prozent der Europäer müde geworden, ständig das Smartphone aus der Tasche ziehen zu müssen. Und der Gedanke alles mit einem Wearable am Handgelenk erledigen zu können, fasziniert immerhin schon ein Drittel der Befragten. So geht Forrester von 10 Millionen verkauften Apple-Watches bis Ende 2015 aus. Weltweit wurden 2014 laut der Smartwatch Group allerdings nur 6,8 Millionen Smartwatches und Fitnessbänder insgesamt verkauft - davon sind 1,2 Millionen Stück aus Samsungs Gear-Produktlinien.

Die Apple Watch arbeitet eng mit dem iPhone zusammen, wenn für die Funktionalität eine Online-Verbindung benötigt wird. Hierbei unterscheidet sich die Watch wenig von Smartwatches mit Android Wear. Apple verwendet für die Koppelung mit dem iPhone Bluetooh. Sollte die Reichweite bis zum iPhone nicht ausreichen, verbindet sich die Watch laut Apple auch über das WLAN mit dem Smartphone.

Digitale Krone, Force Touch und Taptic Engine

Bei der Bedienung setzt die Watch im Vergleich zu Smartwatches mit Android Wear nicht nur auf den Touchscreen, sondern verwendet eine digitale Krone. Mit der dreh- und drückbaren Krone lässt sich navigieren oder zoomen, ein Druck bringt den Nutzer zum Homescreen zurück. Mit der Taste unter der Krone gibt es bei der Watch einen direkten Zugriff auf die Kontakte, mit denen man am meisten zu tun hat. Die Watch stellt Miniaturen der Kontaktbilder dar. Ein Tipp auf eine Person erlaubt eine schnelle Kontaktaufnahme durch Anrufen oder Senden einer Nachricht. Zusätzlich reagiert die Watch auf Bewegungsgesten: Trifft eine neue Nachricht ein, so genügt das Heben des Handgelenks zum Lesen; beim Senken des Arms wird die Nachricht wieder ausgeblendet.

Beim Touchscreen gibt es mit Force Touch zudem eine Technologie, die leichtes Antippen von einem stärkeren Drücken unterscheiden kann. Und die Taptic Engine der Apple Watch ermöglicht ein Tippen der Uhr auf das Handgelenk - beispielsweise um den Träger an etwas zu erinnern. Multitouch-Gesten mit mehreren Fingern unterstützt die Apple Watch nicht - die Bedienung per Touch soll mit einem Finger erfolgen.

Die Apple Watch zeigt alle Apps auf dem Homescreen als kleine runde Icons an. Apps, die beim hin- und herwischen in die Bildschirmmitte rücken, stellt die Watch dann vergrößert dar. Beispielsweise lässt sich beim Tipp auf die Einstellungen dann der Flugmodus oder "Nicht stören" aktivieren. Bei der Nachrichten-App erlaubt die Watch nicht nur das Lesen der Meldungen sondern auch Antworten. Hierfür bietet die Watch basierend auf den bisherigen typischen Antworten gleich eine Vorauswahl. Wie bei der Nachrichten-App auf dem iPhone kann auch eine Audio-Nachricht als Antwort über die Uhr versendet werden. Apple Watch unterstützt auch Siri um per Sprache Aufgaben zu erledigen. Siri kann einfach durch "Hey Siri" ohne das Drücken einer Taste gestartet werden - ähnlich wie es schon beim iPhone funktioniert, wenn es am Netzteil hängt.

Telefonanrufe können ebenfalls direkt über die Watch mit dem integrierten Lautsprecher und Mikrofon beantwortet werden. Ein Telefonat lässt sich laut Apple auch nahtlos an das iPhone übergeben. Will man einen Anruf nicht annehmen, so genügt bei der Watch das Auflegen der Hand für die Stummschaltung. Die nahtlose Übergabe wie bei Telefonaten funktioniert auch bei Nachrichten und Mails: Was gerade auf der Watch geöffnet ist, lässt sich bei Bedarf direkt auf dem iPhone weiter bearbeiten (analog der Funktion Handoff von iOS 8).

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