USA weit vorn

Apple veröffentlicht erstmals Zahlen zu Behörden-Anfragen

06.11.2013
Apple hat erstmals ausführliche Angaben zu internationalen Behörden-Anfragen nach Informationen zu Nutzern und Geräten veröffentlicht.

Die weitaus meisten davon kommen aus den USA. Bei Anfragen nach Geräte-Informationen liegt Deutschland allerdings weltweit auf dem zweiten Platz. Solche Anfragen werden zum Beispiel bei der Suche nach gestohlenen iPhones oder iPads gestellt, wie Apple am Dienstag erläuterte (PDF-Link). Das Unternehmen habe noch nie eine Anweisung zur Herausgabe von Informationen nach dem US-Auslandsspionagegesetz erhalten, hieß es. Apple würde sich einer solchen Aufforderung nach Abschnitt 215 des Patriot Act auch widersetzen, erklärte der Konzern.

Firmenschild vor der Apple-Zentrale in Cupertino
Firmenschild vor der Apple-Zentrale in Cupertino
Foto: Nurmib / en.wikipedia

Apple forderte die US-Regierung auf, die engen Vorgaben für die Veröffentlichung solcher Daten aufzuheben. Es sollte den Firmen erlaubt werden, detaillierte Angaben zu machen, hieß es. Apple kündigte an, sich weiter entschlossen für mehr Transparenz einzusetzen. Jüngste Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden ließen den Eindruck entstehen, dass die großen amerikanischen Internetunternehmen dem US-Militärgeheimdienst NSA einen direkten Zugriff auf ihre Server erlauben, was aber nicht der Fall sei.

Dem Bericht zufolge erhielt Apple im ersten Halbjahr 2013 von US-Behörden zwischen 1000 und 2000 Anfragen zu 2000 bis 3000 Nutzerkonten. Die amerikanischen Internet-Unternehmen dürfen diese Zahlen nur in einer solchen Spanne veröffentlichen, seit sie auch bisher geheime Anfragen mitzählen können. Selbst am unteren Ende der Spanne waren US-Behörden mit Abstand am aktivsten: Großbritannien kommt auf dem zweiten Platz nur auf 127 Anfragen und Spanien folgt mit 102 Anträgen. Deutschland liegt mit 93 Anfragen auf Platz vier.

Bei den Geräte-Informationen ist das Bild etwas ausgewogener. So habe es in den USA 3542 Anfragen zu gut 8605 Geräten gegeben. In Deutschland seien es 2156 Anträge zu 4928 Geräten gewesen. (dpa/tc)