Trotz enttäuschendem Ausblick

Apple verkauft mehr Macs als jemals zuvor

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Der Computerkonzern und iPhone-Hersteller Apple hat dank starker Verkäufe seiner Mac-Rechner in einem weiteren Rekordquartal Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert.

Unter dem Strich verdiente Apple in seinem dritten Geschäftsquartal fast 1,1 Milliarden Dollar und damit 31 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte sogar um 38 Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 4,7 Milliarden Euro), teilte Apple am Montagabend nach US-Börsenschluss in Cupertino (Kalifornien) mit.

Mit seinen Ergebnissen übertraf der Konzern locker die Schätzungen der Analysten. Der wie üblich sehr konservative Ausblick von Finanzchef Peter Oppenheimer auf das laufende vierte Geschäftsquartal blieb dagegen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Apple rechnet mit einem Gewinn je Aktie von einem Dollar bei einem Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar. Die Aktie gab deswegen nachbörslich um elf Prozent auf 147,94 Dollar nach, nachdem sie zuvor zum Fixing an der Nasdaq 1,14 Dollar fester bei 166,29 Dollar notiert hatte.

Die Verkaufszahlen der Macintosh-Computer - von April bis Juni verkaufte Apple fast 2,5 Millionen Rechner - hätten einen neuen Spitzenwert erreicht, sagte Konzernchef Steve Jobs. Apple ist inzwischen nach Zählung von Gartner in den USA drittgrößter Computerbauer nach Hewlett-Packard (HP) und Dell, weltweit liegt der Konzern nach Marktanteilen auf Platz sechs. Überraschend stark verkauften sich auf die iPod-Audioplayer, von denen elf Millionen Stück abgesetzt wurden (plus zwölf Prozent).

Erst vor gut einer Woche hatte Apple die neue 3G-Generation seines iPhone-Handys gestartet. Allein am ersten Wochenende gingen mehr als eine Million der Geräte über den Ladentisch - das waren schon mehr als die 717.000 iPhones im dritten Quartal (in dem alle Kunden natürlich schon auf das neue Modell warteten). Im laufenden Jahr will Apple nach bisherigen Planungen insgesamt zehn Millionen Stück der ersten und der zweiten Generation verkaufen.

Mehr als 40 Prozent seiner Umsätze erzielt Apple außerhalb des US-Heimatmarktes. Die Bruttomarge ging im Q3 auf 34,8 Prozent zurück von 36,9 Prozent in der vergleichbaren Vorjahreszeit. Für das laufende vierte Quartal erwartet Oppenheimer unter anderem aufgrund eines nicht näher spezifizierten Produktübergangs (wir tippen mal auf "Centrino 2" beim MacBook und MacBook Pro) sogar nur noch 31,5 Prozent.

In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen wurde Oppenheimer von einem Analysten auch nach dem gesundheitlichen Befinden von Firmenchef Steve Jobs (der speziell bei seinem letzten öffentlichen Auftritt sehr dünn ausgesehen hatte) gefragt. Oppenheimer antwortete, der CEO habe "keine Pläne, Apple zu verlassen"; ansonsten sei Jobs' Gesundheitszustand "eine Privatangelegenheit".