Alle Erwartungen übertroffen

Apple verdient unglaubliche 6 Milliarden Dollar

19.01.2011
Apple hat sich im wichtigen Weihnachtsquartal besser geschlagen denn je.
Apple-Firmenschild auf dem Campus in Cupertino
Apple-Firmenschild auf dem Campus in Cupertino
Foto: Gary Denham via flickr

Umsatz und Gewinn erklommen Rekordhöhen. Und auch ohne Steve Jobs am Ruder soll der gute Lauf anhalten. Der krankheitsbedingt kürzertretende Apple-Chef Steve Jobs hinterlässt den Technologiekonzern in Bestzustand: Zum wiederholten Male hat Apple seine Rekorde eingestellt und im ersten Geschäftsquartal (Ende Dezember) unterm Strich sechs Milliarden Dollar verdient ( umgerechnet 4,5 Milliarden Euro). Das ist fast doppelt soviel wie im bereits guten Vorjahreszeitraum.

"Wir hatten ein phänomenales Weihnachtsquartal mit Rekordverkäufen bei Mac, iPhone und iPad", sagte Jobs am Dienstag in einer Mitteilung. Der Umsatz schoss um 71 Prozent auf 26,7 Milliarden Dollar hoch. Damit übertraf Apple sogar die kühnsten Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg nachbörslich um rund zwei Prozent. Apple, das noch nie eine Dividende gezahlt hat, sitzt inzwischen auf Bargeld und Anlagen von fast 60 Milliarden Dollar.

COO Tim Cook vertritt Steve Jobs während dessen neuerlicher Auszeit.
COO Tim Cook vertritt Steve Jobs während dessen neuerlicher Auszeit.
Foto: Apple

Die Nachricht, dass Jobs wegen gesundheitlicher Probleme auf unbestimmte Zeit ausfällt, hatte zu Wochenbeginn zu Kursverlusten geführt. Der 55-Jährige steht wie kein zweiter für den Erfolg des Unternehmens. Er gilt als geistiger Vater der Erfolgsprodukte und hat Apple damit von einem Nischenanbieter für Computer zum wertvollsten Technologieunternehmen der Welt aufgebaut.

"Wir laufen unter Volldampf", sagte Jobs, "und wir haben in diesem Jahr einige aufregende Dinge in petto." Spekuliert wird unter anderem über eine neue Version des Tablet-Computers iPad, der sich im vergangenen Quartal 7,3 Millionen mal verkaufte. "Die Begeisterung für das iPad hält an", erklärte Finanzchef Peter Oppenheimer in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Jobs nahm daran nicht teil.

Die iPad-Tablets gehen weg wie warme Semmeln.
Die iPad-Tablets gehen weg wie warme Semmeln.
Foto: Apple

Apple hatte mit dem iPad einen brachliegenden Markt erschlossen. Der schlanke Computer mit berührungsempfindlichem Bildschirm war im April herausgekommen. Nach und nach erscheinen aber Konkurrenzprodukte, viele mit dem Android-Betriebssystem des Internetkonzerns Google.

Vom iPhone wurde Apple 16,2 Millionen Stück los und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. "Wir hätten noch mehr iPhones verkaufen können, wenn wir sie auf Lager gehabt hätten", sagte Finanzchef Oppenheimer. Neben den Privatkunden würden auch immer mehr Unternehmen auf das Smartphone umschwenken, etwa die US-Großbank Wells Fargo oder der japanische Autobauer Nissan. Bislang war das Firmenkunden-Geschäft eine Domäne des Rivalen RIM mit seinen Blackberrys.

Das iPhone gibt es ab 2011 auch für das CDMA-Netz von Verizon.
Das iPhone gibt es ab 2011 auch für das CDMA-Netz von Verizon.
Foto: Apple

Die verkauften Mac-Computer summierten sich auf 4,1 Millionen, ein Plus von 23 Prozent. Das neue, besonders dünne und leichte Laptop MacBook Air sei der Treiber gewesen, erläuterte Oppenheimer. Nur bei den iPod-Musikspielern gingen die Verkäufe um sieben Prozent auf 19,5 Millionen zurück. Viele Musikliebhaber hören ihre Songs mittlerweile lieber über das iPhone oder ein anderes Handy.

Bei Fragen zu Jobs' Gesundheitheitszustand hielten sich die Analysten zurück. Jobs hatte darum gebeten, seine Privatsphäre zu achten. Der 55-Jährige kämpft seit Jahren mit schweren Krankheiten. 2004 hatte er wegen Krebs behandelt werden müssen. 2009 hatte er eine neue Leber bekommen. Der "New York Times" zufolge macht genau diese Lebertransplantation ihm jetzt zu schaffen.

Das Tagesgeschäft führt während Jobs' Abwesenheit der erfahrene Apple-Manager Tim Cook, der seinen Chef bereits früher vertreten hatte. Cook äußerte sich auch mehrfach in der Telefonkonferenz und berichtete von einer anhaltend starken Nachfrage nach den Kultprodukten. "Wir arbeiten rund um die Uhr, um mehr Geräte herzustellen." Jobs wird sich bis zu seiner Genesung nur bei wichtigen strategischen Entscheidungen einmischen. (dpa/tc)