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Apple stellt Abomodell für Verlage vor

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Apple hat sein Abonnement-Modell für Verlage und andere Inhalteanbieter im iTunes App Store vorgestellt.
Apple lässt Inhalteanbieter auch außerhalb des App Store Abokunden akquirieren.
Apple lässt Inhalteanbieter auch außerhalb des App Store Abokunden akquirieren.

Es handele sich um die gleiche innovative Lösung zur Abrechnung digitaler Abonnements, wie sie Apple kürzlich mit "The Daily" von News Corp gestartet habe, erklärte das Untenrehmen in einer Mitteilung. Abonnements, die innerhalb des App Stores gekauft werden, werden demnach über das gleiche Abrechnungssystem wie beim Verkauf von Apps und In-App-Verkäufen abgewickelt.

Verleger bestimmen den Preis und die Laufzeit des Abonnements (wöchentlich, monatlich, alle zwei Monate, viertel-, halb- oder jährlich). Kunden können mit nur einem Klick die gewünschte Laufzeit auswählen; der entsprechende Betrag (zum Beispiel wöchentlich oder monatlich) wird ihnen automatisch in Rechnung gestellt.

Kunden können alle ihre Abonnements auf ihrer persönlichen Account-Seite einsehen und verwalten. Dabei haben sie auch die Möglichkeit, automatische Verlängerungen von Abonnements zu deaktivieren. Apple übernimmt das komplette Billing und behält die gleichen 30 Prozent Provision wie bereits heute bei In-App-Käufen.

"Unsere Philosophie ist einfach - wenn Apple einen neuen Abonnenten für die App gewinnt, erhält Apple einen 30-prozentigen Anteil; wenn der Verleger einen bestehenden oder neuen Abonnenten für die App gewinnt, behält der Verleger 100 Prozent und Apple verdient nichts", erläutert Steve Jobs, CEO von Apple. "Alles was wir fordern, ist, dass ein Verleger der ein Abonnement-Angebot außerhalb der App offeriert, dieses (oder ein besseres) Angebot auch innerhalb der App macht, so dass der Kunde auch einfach direkt mit nur einem Klick in der App abonnieren kann."

Verlage könnten selbstverständlich auch andere Methoden außerhalb der App dazu einsetzen, Abonnenten von digitalen Inhalten zu gewinnen, heißt es weiter- beispielsweise digitale Abonnements über ihre Webseiten verkaufen oder Bestandskunden einen freien Zugang gewähren. Da Apple in diese Transaktionen nicht eingebunden sei, komme es hierbei weder zu einem Revenue Sharing noch zu einem Austausch von Kundendaten mit Apple.

Für Abonnenten, die ihr Abo außerhalb der App abgeschlossen haben, müssen Verlage laut Cupertino allerdings ihren eigenen Authentifizierungsprozess innerhalb der App bereitstellen. Falls ein Verlag entscheide, digitale Abonnements außerhalb seiner App separat zu verkaufen, fordere Apple jedoch, dass dieses Angebot auch den Kunden zur Verfügung gestellt werden muss, die das Abonnement innerhalb der App abschließen wollen - zum gleichen oder niedrigeren Preis. Verboten sind künftig Links in Apps (beispielsweise zu einer Webseite), über die Kunden Inhalte oder Abos außerhalb der App kaufen könnten.

Kunden, die ein Abonnement im App Store abschließen, dürfen dem Verlag bei der Anmeldung ihren Namen, ihre E-Mail Adresse und ihre Postleitzahl übermitteln (sie müssen aber natürlich nicht). Der Umgang mit diesen Informationen werde dabei durch die Datenschutzrichtlinien der Verlage reguliert, nicht durch die Bestimmungen von Apple. Die Verlage erhalten darüber hinaus die Möglichkeit, zusätzliche Daten ihrer App-Store-Kunden abzufragen. Voraussetzung hierfür ist laut Apple, dass den Kunden eine offensichtliche Wahl gelassen wird und sie darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass der Umgang mit jeglichen zusätzlich bereitgestellten Informationen unter die Datenschutzrichtlinien der Verlage und nicht unter die Bestimmungen von Apple fällt.