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Apple-Rivale Creative läuft iPod-Boom hinterher

21.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Anbieter von MP3-Playern haben derzeit gegenüber dem iPod-Hersteller Apple einen schweren Stand. Dies erfuhr unter anderem der mit PC-Soundkarten groß gewordene Hersteller Creative Technology Ltd. Der in Singapur ansässige Konkurrent steigerte zwar seinen Umsatz im zweiten Geschäftsquartal 2004/5 (Ende: 31. Dezember) gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent auf 375,1 Millionen Dollar. Gleichzeitig sank jedoch der Gewinn vor Sonderaufwendungen wegen des Preiskampfs in dem Segment um zehn Prozent auf 25,5 Millionen Dollar.

Der Nettogewinn schrumpfte um 71 Prozent von 41,5 Millionen auf 11,8 Millionen Dollar. In diesem Ergebnis sind allerdings akquisitionsbedingte Kosten in Höhe von 65,2 Millionen Dollar sowie ein Investitionsgewinn von 51,5 Millionen Dollar enthalten.

Die Zahlen bestätigen den Verdacht von Analysten, dass Creative - im Gegensatz zu Apple - nur wenig Geld mit MP3-Musikplayern verdient. Nach eigenen Angaben verkauften die Asiaten im Berichtsquartal rund zwei Millionen Geräte vom Typ "Zen Micro " oder "MuVo" und nahmen damit zirka 240 Millionen Dollar oder 64 Prozent ihres Gesamtumsatzes ein. Branchenprimus Apple, der im Laufe des Quartals 4.58 Millionen iPods unter die Leute brachte, erwirtschaftete dagegen 1,21 Milliarden Dollar.

Auch im laufenden Quartal wird sich an der Rendite wenig ändern: Das Creative-Management rechnet damit, dass die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent auf 300 Millionen Dollar wachsen. Die Bruttogewinnspanne werde jedoch wegen des deutlich höheren Umsatzanteils der niedrigmargigen MP3-Player von 36 Prozent auf 27 Prozent sinken. Die Betriebskosten werden auf 22 Prozent des Umsatzes geschätzt. (mb)