Neues aus Cupertino

Apple plant Mini-iPhone - Jobs trotz Krankheit aktiv

11.02.2011
Vor zwei Jahren blieb ein Mini-iPhone nur ein Gerücht - jetzt bekommen die Spekulationen neue Nahrung.
Apple-Zentrale in Cupertino, Kalifornien
Apple-Zentrale in Cupertino, Kalifornien
Foto: Simon Schoeters via flickr

Apple arbeite an einer kleineren und günstigeren Version seines Erfolghandys, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Es solle etwa ein Drittel kleiner sein und in den USA 200 Dollar ohne Mobilfunkvertrag kosten.

Unabhängig davon schrieb das "Wall Street Journal" am Freitag, Konzernchef Steve Jobs lasse auch in seiner krankheitsbedingten Auszeit die Zügel nicht schleifen und bestimme bei allen wichtigen Entscheidungen mit.

Das kleinere iPhone könne Mitte des Jahres auf den Markt kommen, berichtete Bloomberg weiter. Es solle dadurch günstiger werden, dass bei ihm Bauteile heutiger iPhones verwendet werden, statt neuerer Hochleistungs-Komponenten, die in die nächste Generation des Hauptmodells kämen. Nur wenige Apple-Mitarbeiter wüssten von dem, Projekt. Allerdings räumte auch die Quelle der Finanzagentur ein, dass Apple oft Prototypen teste, die nie auf den Markt kommen. Vor rund zwei Jahren hatte es bereits Spekulationen über ein günstigeres Telefon von Apple gegeben, damals als "iPhone nano" bezeichnet - doch es kam nie auf den Markt.

Ein günstigeres iPhone wäre ein Strategiewechsel für Apple. Bisher versucht das Unternehmen eher, mit einem teuren Telefon hohe Gewinne zu machen, auch wenn der Marktanteil dadurch überschaubar bleibt. So kontrolliert Apple nur zwei bis vier Prozent des Handy-Marktes - streicht einigen Analysten zufolge aber gut die Hälfte der Gewinne aller Hersteller ein.

Bei den Smartphones liegt der Anteil des iPhone stabil bei gut 16 Prozent. Apple merkt aber den Druck des Google-Betriebssystems Android, dass im vergangenen Jahr von gut drei auf mehr als 30 Prozent Marktanteil hochschoss. Dieser Boom wurde auch getragen von günstigeren Modellen verschiedener Hersteller.

Auch wenn die Kasse bei Apple stimmt, kann der iPhone-Konzern den Android-Durchmarsch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn die Smartphones sind inzwischen zu Plattformen geworden, über die man Software, Musik, Filme oder Medieninhalte verkaufen kann. Apple behält bei allen solchen Geschäften über seinen iTunes-Dienst 30 Prozent des Kaufpreises ein. Das wäre ein guter Grund, der Android- Allianz einen großen Teil dieses Marktes nicht kampflos zu überlassen.

Heute ist etwa jedes fünfte verkaufte Handy ein Smartphone, in zwei Jahren könnten die Computer-Telefone nach verschiedenen Schätzungen bereits einen Anteil zwischen 35 und 80 Prozent haben. Mit einem günstigeren iPhone würde Apple nicht nur die Android- Plattform bremsen können, sondern vermutlich auch dem Weltmarktführer Nokia Wasser abgraben.

Der charismatische Apple-Chef Jobs kann unterdessen auch trotz Krankheit nicht lockerlassen. Der 55-jährige wähle sich von Zuhause aus in Telefonkonferenzen ein und sei auch schon auf dem Firmengelände gesehen worden, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Auch arbeite er daheim mit Prototypen des nächsten iPhones und des Tablet-Computers iPad. Jobs hatte Anfang des Jahres eine Auszeit wegen Gesundheitsproblemen angekündigt. Über die Art der Krankheit oder die Dauer der Auszeit gibt es keine Angaben. (dpa/tc)