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Apple nach 30 Jahren wieder ganz oben - Jobs schafft das Comeback

30.03.2006
Steve Jobs (51) hat am kommenden Samstag zum 30. Geburtstag von Apple Computer allen Grund zum Feiern. Apple befindet sich nach einem fantastischen Comeback während der vergangenen Jahre auf einem beispiellosen Erfolgskurs, den fast niemand im Silicon Valley oder an der Wall Street erträumt hätte.

Apple-Mitbegründer Jobs revolutionierte mit einer beeindruckenden Erfolgsserie neuer Produkte und Dienstleistungen die zuvor angeschlagene Firma. Dazu zählen die iPod-Musikplayer, der Online-Musikladen iTunes und jetzt Macintosh-PC-Modelle mit Intel-Chips.

In den neunziger Jahren war der kalifornische Computerpionier Apple zeitweise fast totgesagt worden. Das Unternehmen war von den mit Microsoft-Windows und Intel-Chips ausgestatteten PCs von Anbietern wie IBM, Dell und Hewlett-Packard ins Abseits gedrängt worden.

Vor 30 Jahren (1. April 1976) hatten Jobs und sein Freund Steve Wozniak, zwei Ex-Studenten, Apple gegründet. "Wir dachten, es sei lustig, ein Unternehmen zum April Fools Day zu gründen", sagte Jobs später. In dem ungleichen Duo spielte Steve Jobs die Rolle des Visionärs, Wozniak war der geniale Bastler. Gemeinsam brachten die beiden 1977 den Apple II heraus, den ersten PC-Bestseller. Er hatte bereits die Hauptmerkmale der meisten folgenden Apple-Produkte: leichte Bedienbarkeit, hervorragende Technik und ansprechendes Design. Der Apple II fand bei der breiten Masse der Nutzer Anklang und bot die Basis des anfänglichen Erfolgs des in Cupertino (Kalifornien) beheimateten Unternehmens. Es folgten der Apple III und 1984 der erste Macintosh.

Nach Absatzschwierigkeiten und firmeninternen Querelen wurde 1985 Jobs jedoch als Apple-Chef gefeuert. Mit seinem Geld aus dem Börsengang von Apple baute er dann NeXT auf, seine zweite Computerfirma. Zwischenzeitlich kaufte er für zehn Millionen Dollar die Computeranimations-Abteilung von Hollywood-Regisseur George Lucas und machte daraus das erfolgreiche Filmstudio Pixar.

Apple versuchte seinerseits vergeblich an die Anfangserfolge anzuknüpfen, doch die Dominanz der "Wintel"-Allianz im PC-Sektor war nicht mehr zu durchbrechen. Trotz einer treuen Gefolgschaft drohte Apple ins Nischen-Dasein abzurutschen.

1996 kaufte das verzweifelt nach neuen Ideen suchende Apple-Management die NeXT-Computer und holte Jobs damit wieder ins eigene Haus. Im Juli 1997 musste der unter massiven Beschuss stehende damalige Apple- Chef Gil Amelio den Hut nehmen, und Jobs übernahm zwölf Jahre nach seinem Rauswurf wieder die Führung.

Mit ihm an der Spitze folgte ein Erfolgsprodukt nach dem anderen: Der iMac und das stark verbesserte OS X-Betriebssystem brachten den PC- Bereich wieder nach vorn. Mit den innovativen iPod-Musikplayern - die jüngste Version ist der Video-iPod - drängte Jobs die anderen MP3-Player-Anbieter rasch in den Hintergrund. Der von illegalen Online-Angeboten geplagten Plattenbranche bewies er mit dem iTunes Music Store, wie man Musik legal und erfolgreich vermarkten kann. Die supermodernen Apple-Einzelhandelsgeschäfte sind in fast jedem großen amerikanischen Shopping-Center ein Magnet.

Heute steht Apple unter den Computer- und Technologiefirmen wieder in der ersten Reihe. Das Unternehmen erhöhte im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um 68 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar und den Gewinn um 384 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Die Apple-Aktien sind beim derzeitigen Kurs von 60 Dollar rund 51 Milliarden Dollar wert oder viermal mehr als die gesamten General-Motors-Aktien. Jobs, der 2004 an Krebs erkrankt war, hat nach der jüngsten Milliardärsliste des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" ein Vermögen von 4,4 Milliarden Dollar angehäuft.

Er ist gerade dabei, das Pixar-Studio für 7,4 Milliarden Dollar an den Medien- und Unterhaltungsriesen Walt Disney zu verkaufen und wird dabei größter Disney-Aktionär. Pixar hatte zwischenzeitlich ein halbes Dutzend Kino-Hits wie "Toy Story" und "Findet Nemo" herausgebracht. Jobs hält mehr als 50 Prozent der Pixar-Aktien. Mit Apple unter seiner Regie und einem Sitz im Disney-Verwaltungsrat sitzt Jobs im digitalen Zeitalter an der Schaltstelle zwischen Computern, Technologie, Musik, Hollywood, TV und elektronischer Unterhaltung jeglicher Art. (dpa/tc)